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Gärtnern ohne Torf

Torffreie Substrate sind deutlich umweltfreundlicher und lassen den Garten mindestens genauso gut blühen, wie torfhaltige.
Torffreie Substrate sind deutlich umweltfreundlicher und lassen den Garten mindestens genauso gut blühen, wie torfhaltige.

Gärtnern ohne Torf

Wo „Erde“ drauf steht, ist leider oft Torf drin! Zum Gärtnern wird jede Menge Substrat gebraucht und die gekauften Säcke enthalten leider immer noch sehr oft Torf. Doch der Abbau aus Mooren schadet der Umwelt. Nachhaltig und klimafreundlich sind torffreie Substrate. Welche es gibt und wie du sie richtig einsetzt, erfährst du hier.

Warum die Aufregung?

Moore sind wertvolle Lebensräume, die etwa ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffvorkommens speichern. Beim Torfabbau wird aber einerseits das klimaschädliche CO2 freigesetzt, andererseits kann immer weniger davon aus der Luft gespeichert werden. Hinzu kommt, dass Moore wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere sind.

Moore sind wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und speichern zudem gut ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffvorkommens.
Moore sind wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und speichern zudem gut ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffvorkommens.
Moore sind wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und speichern zudem gut ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffvorkommens.
Moore sind wertvolle Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen und speichern zudem gut ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffvorkommens.

Ein Dilemma, denn der Ausgangsstoff Torf ist eigentlich bestens geeignet, um Pflanzen zu kultivieren. Das liegt daran, dass das Material sehr strukturstabil ist und den Pflanzen somit auch Halt gibt, zudem ist Torf unkrautfrei, kann gut Wasser speichern, ist aber auch luftig genug, damit Sauerstoff an die Wurzeln kommen kann. Weil Torf kaum Nährstoffe enthält, ist die Pflanzenanzucht unproblematisch und er kann für die verschiedensten Bedürfnisse der Pflanzen individuell gedüngt werden.

Trotzdem: Das alles wiegt den negativen Umweltaspekt bei weitem nicht auf.

Gärtnern mit Torf Gärtnern ohne Torf
- Es kann durch den Torfabbau immer weniger CO2 in den Mooren gebunden werden. + Moore bleiben erhalten, das darin gebundene CO2 wird nicht freigesetzt.
- Es wird beim Torfabbau CO2 freigesetzt, das in die Atmosphäre gelangt. + Moore können weiterhin CO2 binden. Der Klimawandel wird dadurch abgemildert.
- Der Torfabbau zerstört wertvolle Lebensräume. + Moore bleiben erhalten und somit wertvolle Lebensräume.

 

Tipp
Gut zu wissen
Torf ist kein nachwachsender Rohstoff. Es dauert etwa 10.000 Jahre, bis ein abgebautes Moor sich wieder regeneriert hat.

Es wird aktuell an „Sphagnum Farming“ geforscht, einer Form der Paludikultur, also der landwirtschaftlichen Nutzung von Mooren. Hier werden auf wiedervernässten Mooren klimaschonend Torfmoose angebaut, die als Rohstoffe für die Herstellung von Substraten und Erden verwendet werden können. Aber auch Rohrkolben und Schilf können auf wiedervernässten Mooren angebaut und ähnlich wie Torfmoose eingesetzt werden.

Welche Torf-Alternativen gibt es?

Die ernste Problematik rund um den Torfabbau ist Grund genug, auf Komposterden und andere torffreie Substrate zu setzen. Zumal mit torfhaltigen Erden sowieso bald Schluss sein soll. Es ist geplant, dass bis 2026 alle Erden für den Hobbygartenbau torffrei sein müssen. Im Erwerbsgartenbau werden voraussichtlich bis 2030 alle torfhaltigen Erden und Substrate weitgehend durch torffreies Material ersetzt.

Kurz zum Unterschied zwischen Erden und Substraten: Erden kommen in der Natur vor, z.B. Lauberde oder Komposterde. Substrate sind dagegen Mischungen aus natürlichen Erden und Ausgangstoffen wie Holzfasern, Kokosfasern, Kokosmark oder auch Quarzsand oder Perlite. Aber auch Reisspelzen, Pflanzenkohle, Chinaschilf und Hanffasern sind interessante und nützliche Substratkomponenten. Jede für sich hat bestimmte Eigenschaften, und das ist auch der Unterschied zu torfhaltigen Substraten: Sie sind nicht so universell einsetzbar, sondern auf die Ansprüche bestimmter Pflanzen abgestimmt oder für die Pflanzenanzucht gut geeignet. So kannst du beispielsweise für die eigene Anzucht von Gemüse oder insektenfreundlicher Blumen auf Töpfchen oder Quelltabletten aus Kokosfasern oder Kokosmark zurückgreifen. Vor allem aufbereitetes Kokosmark hat ähnliche Eigenschaften wie Torf: Es hat eine hohe Luft- und Wasserkapazität, ist strukturstabil und nimmt gut Wasser auf. Außerdem enthält es nur wenig Nährstoffe. Kokosmark ist übrigens ein Restmaterial, das bei der Herstellung von Koksmatten oder -seilen anfällt.

Bei der Verwendung von torffreien Substraten bestimmen die Ausgangsstoffe und deren prozentuale Anteile die Art der Verwendung.
Bei der Verwendung von torffreien Substraten bestimmen die Ausgangsstoffe und deren prozentuale Anteile die Art der Verwendung.

Die wichtigsten Torfersatzstoffe, ihre Eigenschaften und Einsatzbereiche

Ersatzstoff/

Ausgangsstoff
Eigenschaften Geeignet für:
aus Kokosfasern oder Kokosmark ähnliche Eigenschaften wie Torf: strukturstabil und nimmt gut Wasser auf Universell einsetzbar, auch um vorhandenen Boden zu verbessern und zu lockern. Durch Dünger mit Nährstoffen anreichern
Grüngutkompost Hoher Nährstoffgehalt, geringere Wasserspeicherkapazität Für Starkzehrer, nährstoffbedürftige Topfpflanzen, Balkonblumen, Stauden und Gehölze

Rindenhumus/

Rindenkompost
Hoher Nährstoffgehalt, geringere Wasserspeicherkapazität Für Orchideen, langlebige Topfpflanzenkulturen mit dickfleischigen Wurzeln
Holzfasern Hohes Porenvolumen, nährstoff- und salzarm Für Kulturen mit hohen Ansprüchen an eine gute Bodendurchlüftung, auch gut zur Auflockerung geeignet
Pflanzenkohle Nährstoffgehalt ist abhängig von der Herstellung und Mischungsverhältnis Für Zierpflanzen und Topfpflanzen, guter Bodenverbesserer
Schafwolle Hoher Stickstoffgehalt, kaum Phosphor, gute Wasserspeicherfähigkeit Für Gemüseanbau im Garten oder in Töpfen und Kästen, Stickstoff wird langsam freigesetzt, gut geeignet auch für Starkzehrer

 

Worauf du bei der Verwendung von torffreien Substraten achten solltest

Torffreie Erde sollte unbedingt ökologisch und qualitativ hochwertig sein.
Torffreie Erde sollte unbedingt ökologisch und qualitativ hochwertig sein.

Die Auswahl an torffreien Erden ist mittlerweile sehr groß. Aber welche ist nun die richtige?

  • Eine gute Qualität ist immer auch ein relevantes Auswahlkriterium. Achte auf das RAL-Gütesiegel, das hochwertige und ökologisch einwandfreie Produkte auszeichnet.
  • Die Ausgangsstoffe sind auf der Verpackung nach prozentualem Anteil angegeben, und zwar in absteigender Reihenfolge. Und hier heißt es: Die Mischung macht’s. Viele Substrate sind bereits nach ihrer Verwendung bezeichnet: Orchideenerde, Zitruspflanzenerde, Erde für Gemüse- und Obstanbau. Ein Blick auf die Ausgangsstoffe deines Substrats, kann dir aber bei der Düngung nützlich sein. Ist der Holzfaseranteil hoch, wird mehr Stickstoff, aber auch alle anderen Nährstoffe, benötigt, damit die Pflanzen auch gut wachsen, denn Holzfasern sind nährstoffarm. Bei einem hohen Anteil an Komposterde reicht eine Düngung mit Hornspänen, Kalium und Phosphor sind in Komposterde nämlich genug enthalten.
  • Torffreie Erden können weniger Wasser aufnehmen. Der Tipp „Nicht so häufig gießen, dafür aber durchdringend“ gilt vor allem für Kübel, Kästen und Töpfe nicht mehr. Weniger gießen, dafür öfter ist jetzt angesagt. Verzichte nicht auf Untersetzer, wenn deine Gefäße auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Torfersatzstoffe wie Holz- oder Rindenfasern färben das Gießwasser nämlich bräunlich. Läuft überschüssiges Wasser schnell ab, weil die Erde das Wasser nicht so schnell aufnehmen kann, gibt es hässliche Ränder auf dem Bodenbelag.
  • Gefäße mit Wasserspeicher oder Bewässerungssysteme mit Feuchtigkeitssensoren oder die unkomplizierten Ollas sind gerade auch für torffreie Erden gut geeignet, denn es wird immer dann Feuchtigkeit zugeführt, wenn die Erde beginnt auszutrocknen, es läuft aber kein Wasser über. Und das häufige Gießen kannst du dir damit auch sparen.

Selbst gemischt: Komposterde

Die beste Möglichkeit ist, deinen Kompost selbst herzustellen. Das geht im Garten mit einem Komposthaufen oder einem Schnellkomposter, aber auch auf dem Balkon oder indoor auf wenig Platz und geruchsfrei mit einer Wurmkiste oder dem Bokashi-Eimer. Mit dem Ausgangsmaterial Kompost kannst du dir auch selbst gute, torffreie Erde herstellen: Aus reifem Kompost, Gartenerde und Sand, Kies oder Holzfasern, im Verhältnis 1:1:1, wird eine gute Garten- und Topferde. Dabei helfen dir die Gartenhandwerkzeuge wie Handgabel oder Gartenkelle von Bosch.

Mit Kompost lässt sich torffreie Erde ganz leicht selbst herstellen. Mit der Gartenkelle von Bosch kannst du die bequem unterheben.
Mit Kompost lässt sich torffreie Erde ganz leicht selbst herstellen. Mit der Gartenkelle von Bosch kannst du die bequem unterheben.

Zimmerpflanzen auf Granulat kultivieren

Bei Zimmerpflanzen kannst du ganz auf herkömmliche Erde verzichten und auf Granulate mit mineralischen Bestandteilen wie Tongranulate, Bims und Lava umsteigen. Das hat viele Vorteile, denn einmal ein- oder umgetopft, ist wenig Pflege nötig. Die Steinchen können Wasser speichern und nach Bedarf der Pflanzen abgeben, das Material ist porös, sodass auch genügend Sauerstoff an die Wurzeln kommt. Außerdem können Granulate immer wieder verwendet werden, was besonders nachhaltig ist. Weiterer Pluspunkt: Trauermücken mögen die Steinchen gar nicht. Was sich immer lohnt sind spezielle Töpfe mit Wasserstandsanzeiger und einem Innentopf.

Granulate mit mineralischen Bestandteilen wie Blähton sind deutlich pflegeleichter, als herkömmliche Erde.
Granulate mit mineralischen Bestandteilen wie Blähton sind deutlich pflegeleichter, als herkömmliche Erde.

Wenn du Lust auf selbstgemachte Nachhaltigkeit hast, findest du hier Upcycling und DIY-Projekte zum Nachmachen.

Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.