Dem Klimawandel trotzen mit klimaresistenten Pflanzen

Dem Klimawandel trotzen mit klimaresistenten Pflanzen
Lange Trockenphasen, Starkregen und Sturm setzen unseren Gartenpflanzen in Zeiten des Klimawandels zu. Nicht alle liebgewonnenen Gewächse machen das mit. Doch es gibt auch robuste Arten und Sorten, die sich nur wenig aus den Wetterkapriolen machen. Wir stellen dir die Klimagewinner unter den Zier-, Gemüse- und Obstpflanzen vor.
Was bringt der Klimawandel?
Erstmal einfach: Veränderung. Wenn wir uns darauf einstellen und damit umgehen lernen, ist das gar kein Ding. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sich manche unserer heimischen Pflanzen mit dem Wandel schwertun. Die einen Arten leiden unter Trockenheit und zu viel Nässe, die anderen sind weniger empfindlich und halten gut durch.
Wichtiges Kriterium bei der Pflanzenauswahl für Gartenbeete ist und bleibt der passende Standort. Zusätzlich solltest du deine Pflanzenwahl auf Klimaresistenz überprüfen, denn mit robusten Pflanzen, die für deinen Standort geeignet sind, sowie einer naturnahen Bepflanzung und Pflege, wird es im Garten auch weiterhin grünen, blühen und etwas zu ernten geben. Nicht nur für dich, sondern auch für Insekten und all die anderen tierischen Gartenbewohner. Aber worauf müssen wir uns eigentlich beim Klimawandel im Garten einstellen? Wir klären auf und geben weiter unten Tipps für Gemüse, Obst, Stauden oder Gehölze.
Prognosen für den Garten
Sommertrockenheit: Bei langen Trockenphasen herrscht Wassermangel. Ist kein Wasser im Boden, können die Pflanzen aber auch keine Nährstoffe aufnehmen, sodass es zu Mangelerscheinungen, sogenannten Chlorosen, kommen kann. Ein typisches Merkmal dafür sind braune Verfärbungen zwischen den Blattadern. Zudem steigt bei Trockenheit der Salzgehalt im Boden. Liegt er höher als in den Pflanzen, entzieht der Boden zusätzlich noch Wasser aus der Pflanze.
Starkregen, Dauerregen: Heftiger Regen kann Pflanzen mit- oder abreißen und so schädigen. Regnet es andauernd, ist der Boden gesättigt und kann kein Wasser mehr aufnehmen. Mögliche Folgen des Sauerstoffmangels im Boden sind Wachstumsstockungen, Reifeverzögerungen, Vergilbungen und eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten.
Sturm: Äste brechen ab, Bäume werden entwurzelt, Stauden zerfetzt. Solche Urgewalten können zu Entwicklungs- und Reifeverzögerungen führen. Verletzte Triebe sind dann Eintrittspforten für Krankheitserreger. Wichtig ist deshalb, dass du die Bruchstellen sauber nachschneidest. Mit der Akku-Gartenschere AdvancedPrune geht das auch bei Ästen bis 45 mm Dicke noch mühelos.

Das beste Gemüse in Zeiten des Klimawandels
Im Nutzgarten erleben wir die Folgen des Klimawandels besonders deutlich. Was vor einigen Jahren noch reiche Ernten geliefert hat, macht jetzt eher mal schlapp. Radieschen sind schon lange nicht mehr so einfach zu kultivieren und der Fenchel bildet bei hohen Temperaturen erst gar keine Knollen, sondern beginnt gleich zu blühen. Zum Glück gibt es auch klimaresistentes Gemüse, das sich im Garten nicht so viel aus den Wetterextremen macht.

Mit diesem Gemüse bist du klimasicher aufgestellt:
- Gemüse mit tief in die Erde reichenden Wurzeln, wie beispielsweise Pastinaken und Möhren, macht Trockenheit nicht allzu viel aus. Es kann auch aus tieferen Bodenschichten Wasser holen.
- Unschlagbar sind dauerhafte Gemüse, also Gemüsestauden, z.B. Spargel, Topinambur, Winterheckenzwiebeln und Ewiger Kohl. Das Staudengemüse kann sich am richtigen Standort auch bei widrigen Witterungsverhältnissen behaupten.
- Bei Gemüse mit kurzer Vegetationszeit ist der Anbau Glückssache. Ist es gerade sehr warm und trocken, werden z.B. die Radieschen holzig oder gehen in die Blütenbildung über. Das kann auch bei Spinat passieren, wenn es zu heiß und zu trocken ist. Gemüse mit längeren Vegetationszeiten passen sich besser an und sind im Anbau sicherer.
- Sehr verlässlich ist Lauch beziehungsweise Porree. Ob Sommer- oder Winterlauch, die Pflanzen bleiben standhaft. Ist es sehr trocken, werden die Stangen nicht ganz so kräftig, insgesamt zählt Lauch aber unbedingt zu den Gewinnern im Gemüsebeet.
- Exotische Gemüsearten wie Kichererbsen, Auberginen, Tomatillo, Mexikanische Minigurke und Stachelgurken stammen häufig aus heißen, trockenen Gegenden und kommen mit den momentanen Bedingungen in unseren Gärten gut zurecht.
- So manches alte Gemüse, z.B. Erdbeerspinat, Spargelsalat oder Stielmus sind robust und anspruchslos. Auf Trockenheit oder Starkregen reagieren sie meist nicht so empfindlich.
- Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch kannst du ebenso in deinen Klima-Nutzgarten integrieren wie Fruchtgemüse, z.B. Zucchini, Paprika und Kürbis. Ist es sehr trocken, werden die Früchte aber etwas kleiner ausfallen.
- Bei Gemüse, das du unbedingt anbauen möchtest, das aber in Trockenzeiten gar nicht so gut zurechtkommt, solltest du nach kleinfruchtigen Sorten Ausschau halten – sie haben einen geringeren Wasserbedarf und die Früchte schmecken meist aromatischer als die großen.
- Die Rote Bete Sorte ‘Bernstein’ ist beispielsweise eine alte Landsorte und besonders für trockene Lagen geeignet. ‘Aromata’ ist eine alte Pastinakensorte, die unter Trockenheit nicht sonderlich leidet und trotzdem gute Erträge liefert.
Obst für besondere Zeiten
Stachelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Japanische Weinbeere wuchsen noch vor einigen Jahrzehnten besonders gut auf sonnigen Plätzen. Heute sind für die Obststräucher halbschattige Standorte besser, die sie vor einer hohen Strahlungsintensität schützen. Für Erdbeeren, Aroniabeeren und Heidelbeeren, die insgesamt bei einer höheren Luft- und Bodenfeuchtigkeit besser gedeihen, wird es immer schwieriger, im Garten den richtigen Standort zu finden. Dafür kannst du wärmeliebenden Gehölzen wie Mandel, Aprikose, Pfirsich und Kaki eine Chance geben.
Die Obstklassiker kommen erstaunlicherweise recht gut mit den besonderen Herausforderungen im Klimawandel zurecht. Trotzdem ist es sinnvoll bei Neupflanzungen von Apfel, Birne oder Kirsche nach robusten, stark wachsenden Gehölzen zu fragen. Sie sind noch besser für widrige Wetterbedingungen ausgerüstet.

Überlege auch, welche Größe die Obstbäume im Garten haben sollen. Tiefwurzelnde Hochstämme sind trockenheitsresistenter, sie benötigen jedoch viel Platz. Kleinwüchsige Obstbaumsorten oder schmales Säulenobst passen sogar in Kübeln auf den Balkon, ihnen setzen Dürreperioden schneller zu, da sie mit ihren Wurzeln nicht so tief ins Erdreich vordringen.
Klimaresistente Stauden
Stauden haben gegenüber den einjährig wachsenden Zierpflanzen einen großen Vorteil: Sie wachsen meist für viele Jahre an demselben Standort, sind mit ihrem Wurzelwerk im Boden gut verankert und trotzen so auch widrigen Umständen. Nach heftigen Regenfällen oder längeren Trockenphasen erholen sie sich in der Regel gut. Mittlerweile haben es aber liebgewonnene Stauden wie Rittersporn (Delphinium) und Phlox schwer, sie leiden besonders in Dürrezeiten. Deshalb sind hitzeresistente Stauden eine gute Wahl für den Garten.

An diesen Merkmalen erkennst du robuste Stauden:
- Graublättrige Stauden, am besten noch mit einer stark behaarten Blattoberfläche, wie der Wollziest (Stachys byzantina), sind besonders hitzeverträglich.
- Pflanzen mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Oregano, Salbei und Thymian verströmen bei Hitze ihren Duft und kühlen damit Stängel und Blätter.
- Tiefwurzelnde Stauden wie Herbstanemonen (Anemone japonica, A. hupehensis) und Nachtkerzen (Oenothera) kommen auch bei Trockenheit an Wasser aus tieferen Bodenschichten.
- Stauden mit Speicherorganen, wie die fleischigen Rhizome der Iris, Zwiebeln oder Knollen von Zierlaucharten, fleischige, verdickte Blätter und Sprosse bei Sukkulenten wie Sedum sind die besten Voraussetzungen, um sich vor widrigen Wetterbedingungen wie Hitze und Trockenheit zu schützen.
- Auch die Herkunft sagt etwas über Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit aus. Pflanzen aus mediterranen Gegenden, aus der Prärie oder aus der Steppe zählen zu den Klimagewinnern in unseren Gärten.
Präriestauden
In den letzten Jahren sind vor allem Präriestauden aufgefallen, die sich unter den momentan vorherrschenden Wetterextremen sehr gut behaupten. Das liegt an ihrer Herkunft: Sie stammen aus der nordamerikanischen Prärie und wachsen am Naturstandort unter ganz ähnlichen Bedingungen wie bei uns. Selbst mit durchlässigen sandig-lehmigen bis sandigen Böden in voller Sonne kommen sie gut zurecht. Das Wichtigste ist aber: Sie ertragen auch Feuchtigkeit im Winter. Die gibt es mit viel Schnee nämlich auch in Nordamerika.

Beliebte Präriestauden:
- Bleicher Scheinsonnenhut (Echinacea pallida)
- Schmalblättrige Bergminze (Pycnanthemum tenuifolium)
- Großblütiges Mädchenauge (Coreopsis grandiflora)
- Knollige Seidenpflanze (Asclepias tuberos)
- Prachtscharte (Liatris-Arten)
- Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
- Indiandernessel (Monarda fistulosa)
- Prärielilie (Camassia)
Es gibt auch tolle heimische Stauden für trockene Standorte, die noch dazu wahre Insektenmagneten sind:
- Gewöhnliche Wiesenschafgarbe (Achillea millefolium)
- Diptam (Dictamnus albus)
- Wilde Malve (Malva sylvestris)
- Moschusmalve (Malva moschata)
- Wiesensalbei (Salvia pratensis)
- Mädesüß (Filipendula ulmaria)
- Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum)
- Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare)
- Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium subsp. millefolium)
- Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)
- Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria)
Klimabäume für den Garten
Gehölze bilden das Gerüst eines Gartens. Sind sie etwas höher, spenden sie Schatten an heißen Tagen. Aber welche Bäume sind für die besonderen Witterungsbedingungen ausgerüstet? Mit Gehölzen wie Felsenbirne (Amelanchier), Elsbeere (Sorbus torminalis) oder Goldregen (Laburnum anagyroides) liegst du auf jeden Fall richtig. Bei den kleiner bleibenden Bäumen sind Hopfenbuche, Burgen-Ahorn und italienischer Ahorn empfehlenswert. Ist deine Gartenfläche begrenzt, sind Bäume mit kugelförmiger Krone, z.B. Blumen-Esche (Fraxinus ornus) die richtige Wahl.

Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.
