Ananas pflanzen: So klappt’s

Vor einer Holzwand wächst eine kleine Ananaspflanze.
Das Anpflanzen von exotischen Früchten ist oft gar nicht kompliziert. Am Ende ist aber viel Geduld gefragt.

Eine Ananas ist nicht nur süß und lecker, sondern enthält auch zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Mit jedem Biss von der erfrischenden Frucht tust du deinem Körper also etwas Gutes. Natürlich solltest du nicht Unmengen davon essen – ihr Fruchtzuckergehalt ist vergleichsweise hoch. Warum aber nicht mal versuchen, das Tropengewächs im eigenen Heim einzupflanzen? Viel musst du dafür nicht tun.

Zwei Optionen beim Einpflanzen

Eine Hand nimmt den Blattschopf einer Ananas ab.
Ein Strunk einer Ananas steckt in einem Wasserglas, das auf einer Fensterbank steht.

Du willst es ausprobieren? Dann brauchst du erstmal eine ganz normale Ananas. Achte beim Kauf darauf, dass der Blattschopf schön frisch und grün aussieht.
Im ersten Schritt trennst du den Strunk von der Frucht. Dafür packst du die Ananas an ihrem Schopf und drehst ihn nach links und rechts, bis sich der Strunk löst (Bild 1). Meistens ist hier etwas Kraft gefragt.
Mit einem Messer oder den Fingern entfernst du anschließend noch den Rest des Fruchtfleisches. So können die Wurzeln später besser wachsen.

Jetzt könntest du den Blattschopf direkt einpflanzen. Um die Wurzelbildung aber etwas flotter voranzutreiben, gibt es noch einen optionalen Zwischenschritt: Die sogenannte Regrowing Methode. Dabei bereitest du den Strunk der Ananas wie oben beschrieben vor und hängst ihn dann zunächst in ein Glas mit Wasser (Bild 2). Achte darauf, dass die Blätter oberhalb des Glasrandes liegen, die Wurzeln am unteren Ende aber jederzeit ins Wasser ragen können. Sollte nicht mehr genügend Wasser im Glas sein, musst du lediglich nachgießen und nicht das ganze Wasser austauschen.
Stelle das Glas an einen warmen, halbschattigen Platz und warte, bis sich 3 bis 5 cm lange Wurzeln unten am Schopf bilden. Dies kann jedoch einige Woche dauern.

Sobald die Wurzeln lang genug sind, solltest du den Strunk jetzt zwei bis drei Tage trocknen lassen – entweder auf der Heizung oder am Fenster in der Sonne. Somit verhinderst du, dass er schnell anfängt zu faulen. Für eine geringere Fäulnisgefahr empfiehlt es sich außerdem, die Schnittstelle zur Desinfektion mit Holzkohlepulver zu bestreuen.
Fülle anschließend normale Blumenerde in einen nicht zu kleinen Topf mit ausreichend Abzugslöchern für die Staunässe. Achte beim Einsetzen des Schopfes darauf, dass der unterste Blattkranz noch aus der Erde schaut und drücke die Erde ringsrum an. Kleine Holzstäbe können helfen, die Pflanze zu stützen.

Wenn du dich leicht in Geduld üben kannst, lässt sich der Strunk auch direkt – ohne Regrowing Methode – in die Erde setzen. Dafür führst du ebenfalls den beschriebenen Prozess des Trocknens, Desinfizierens und Einpflanzens durch. Den Part mit dem Wasserglas lässt du einfach weg. Das funktioniert ebenfalls gut, dauert nur etwas länger.

Pflege der Ananaspflanze

Auf dem Boden stehen mehrere Töpfe mit Ananspflanzen.

Ananas eingepflanzt? Dann stelle den Topf am besten an ein helles Fenster – mindestens 20 Grad und keine pralle Sonne sind perfekt für die Pflanze.
Damit die Wurzeln nicht faulen, brauchst du besonders am Anfang so gut wie gar nicht gießen. Ein regelmäßiges Ansprühen ist zunächst völlig ausreichend. Und auch später muss sie nur alle 2 bis 3 Wochen gegossen werden.
Die Pflege ist also super einfach. Der Rest ist allerdings eine Geduldsprobe: Bis sich eine Knospe bildet, kann es bis zu 3 Jahre dauern. Das Reifen der einzigen Frucht der Pflanze weitere 6 Monate.
Aber Kopf hoch: Die Pflanze ist auch so sehr dekorativ. Und mit etwas Glück kannst du nach einiger Zeit tatsächlich eine Frucht ernten. Den richtigen Zeitpunkt zur Ernte erkennst du übrigens an folgenden Merkmalen:

  • Der Blattschopf hat eine saftig-grüne Farbe und ein Blatt lässt sich ganz leicht herauslösen.
  • Das Fruchtfleisch gibt auf Fingerdruck leicht nach.
  • Die Frucht duftet eindeutig nach Ananas.

 Sind diese Faktoren gegeben, wird die DIY-Ananas bestimmt doppelt so gut schmecken –  auch wenn sie wahrscheinlich nicht ganz so groß und saftig wie in tropischen Ländern wird.

Der Blattschopf stirbt nach der Ernte übrigens ab. Allerdings bildet er vorher neue Tochterpflanzen, aus denen sich neue Ananaspflanzen ziehen lassen.

Noch mehr Lust auf Exoten? Hier erklären wir dir, wie du auch eine Avocado oder einen Olivenbaum selber anpflanzen kannst.