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Außentreppe sanieren: Tipps zu Belagauswahl & Renovierung

Außentreppe zu einer Haustür, mit Blumentöpfen dekoriert
Eine Außentreppe kannst du mit einfachen Mitteln selbst reparieren, wenn sie unansehnlich oder sogar zur Gefahr wird.

  • Schwierigkeit
    Mittel
  • Kosten
    100-500 €
  • Dauer
    > 1 d

Einleitung

Außentreppen, egal, ob es sich dabei um den Zugang zu Haus, Terrasse, Garten oder Keller handelt, sich täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Das ständige Treppauf und Treppab setzt ihnen ebenso zu wie Regen, Schnee, Frost und sommerliche Hitze. Wenn sich Risse und Löcher bilden, die Kanten abplatzen und sich der Belag von den Stufen ablöst, ist Handeln gefragt: Die Schadstellen sind nicht nur unansehnlich, sondern bergen auch Gefahren für Mensch und Haus. Unebene und ausgetretene Stufen können schnell zur Stolperfalle werden. Über Löcher und Risse dringt zudem Wasser ins Bauteil ein – der ideale Lebensraum für Moose und Algen. Frost sprengt im Winter weiteres Material ab, und so löst sich die Außentreppe Stück für Stück auf.

Kleinere Schadstellen lassen sich gut in Eigenregie reparieren. Wir verraten dir, worauf es beim Renovieren und Sanieren einer Außentreppe ankommt, geben Tipps zur Auswahl des passenden Außentreppenbelags und zeigen dir, wie du Schritt für Schritt bei der Sanierung einer Stein- oder Betontreppe vorgehst.

Du brauchst
  • Zement-, Epoxidharz- oder kunststoffvergüteter Mörtel
  • Grundierung (Haftemulsion oder Haftschlämme)
L: Länge, B: Breite, H: Höhe, D: Durchmesser

Planung

Bevor du beginnst, deine Außentreppe zu erneuern, solltest du dir ein genaues Bild von ihrem Zustand machen. Reichen kleinere Ausbesserungsmaßnahmen oder muss die alte Treppe durch eine neue ersetzt werden? Gerade bei Holztreppen sind oft tragende Teile beschädigt. Aber auch Betontreppen können gravierende bauliche Mängel aufweisen: Wenn die Treppe mit dem Haus verbunden ist und sich Risse bereits ins Mauerwerk ziehen, ist es sinnvoll, einen Fachbetrieb mit der Sanierung zu beauftragen. Vor allem bei außenliegenden Kellertreppen ist Feuchtigkeit oft ein Problem. Beim Sanieren musst du stets auf eine entsprechende Abdichtung achten.

Kosten für die Treppensanierung

Die Kosten für die Sanierung einer Außentreppe hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Bauweise der alten Treppe
  • Länge und Breite
  • Anzahl der Stufen
  • Ausmaß der Schäden
  • Art und Umfang der Sanierungsmaßnahmen (Renovierung oder Neubau der Treppe)
  • verwendete Materialien zur Instandsetzung
  • Sind statische Berechnungen notwendig?
  • Muss altes Material abgetragen und entsorgt werden?

Am günstigsten ist das Sanieren und Renovieren einer Betontreppe. Das Material kostet nur rund 100 EUR. Beauftragst du Handwerker mit der Renovierung und der Montage neuer Elemente, musst du zwischen 300 und 700 EUR einplanen. Am teuersten ist die Treppenrenovierung mit Natursteinen. Die Preise beginnen ab 50 EUR pro Stufe. Der Neubau einer Natursteintreppe kann schnell mit mehreren tausend Euro zu Buche schlagen.

Eine Frage des Materials

Treppen im Außenbereich können aus verschiedenen Materialien bestehen:

  • Stahl: Stahlkonstruktionen kommen oft zum Einsatz, wenn ein höher liegendes Geschoss von außen erschlossen werden soll. Sie sind vergleichsweise kostengünstig, robust und einfach zu montieren. Stahltreppen gibt es als Bausatz und als Maßanfertigung. Vor Rost schützt eine Verzinkung oder ein entsprechender Schutzanstrich.
  • Holz: Außentreppen können auch aus Holz gefertigt werden. Hier ist ein besonders guter Schutz gegen Witterungseinflüsse wichtig und ein regelmäßiger Schutzanstrich unabdingbar. Schnell und einfach geht das mit einem Farbsprühsystem. Mehr zur Anwendung erfährst du in unseren Video-Tutorials für Farbsprühsysteme.
  • Beton/Waschbeton: Beton ist pflegeleicht, robust und wasserdicht. Deshalb wird das Material gerne eingesetzt, um den Kellerabgang zu gestalten. Oft stellt man Treppen aus Waschbeton her. Dabei wird die Oberfläche so behandelt, dass die Körnung freiliegt.
  • Naturstein: Ein Material, das edel und natürlich wirkt und zudem sehr witterungsbeständig ist. Für Außentreppen eignen sich alle Natursteine, die frosthart sind. Besonders häufig kommen Granit, Basalt, Sandstein und Travertin zum Einsatz. Der Preis wird von der Steinsorte und der Bauweise bestimmt. Es gibt zwei verschiedene Varianten. Bei der ersten wird eine Unterkonstruktion aus Stahl oder Beton hergestellt, auf der die Natursteinplatten verlegt werden. Bei der zweiten Variante handelt es sich um das Setzen von Blocksteinen. Zur Reinigung empfiehlt sich ein Hochdruckreiniger. Viele praktische Tipps zum Umgang mit dem Gerät findest du im Artikel zum Thema Pflastersteine reinigen.

 

Welche Beläge und Beschichtungen eignen sich für Außentreppen?

  • Fliesen: Wenn du einen robusten und langlebigen Belag für deine Außentreppe suchst, dann sind Fliesen eine gute Wahl. Achte darauf, dass sie frostsicher und rutschhemmend sind. War der Untergrund bereits gefliest, muss du den alten Belag zunächst entfernen. Es ist natürlich auch möglich, eine einzelne beschädigte Fliese auszutauschen.
  • Flüssiggranit: Bei Flüssiggranit handelt es sich eigentlich um Kunstharz, der durch kleine Kunststoffplättchen die typische grau-weiße Granitoptik erhält. Das Material punktet mit einer niedrigen Aufbauhöhe und einer hohen Flexibilität. Flüssiggranit passt sich an jeden Untergrund an. Erfahrene Heimwerker können den Belag auch in Eigenregie aufbringen.
  • Marmorkiesplatten: Die Platten, die es in verschiedenen Größen gibt, besitzen eine körnige, rutschhemmende Oberfläche. Sie sind zudem witterungsbeständig und abriebfest. Marmorkiesplatten lassen sich gut mit einem Winkelschleifer zuschneiden. Die einzelnen Elemente werden dann einfach mit Montagekleber verklebt und anschließend mit Malerspachtel verspachtelt. Schon nach wenigen Stunden kannst du die Stufen wieder betreten.
  • Steinteppich: Dieser robuste Belag entsteht, indem Kies und Kunstharze vor Ort zusammengemischt werden. Steinteppiche eignen sich für nahezu alle Untergründe – von Holz über Stein bis hin zu Beton. Damit die Masse nicht herunterläuft, werden die Kanten mit Aluminiumprofilen eingefasst.
  • Lacke und Farben: Eine Alternative zum Verkleiden von Betonstufen ist das Lackieren oder Streichen. Im Handel gibt es spezielle Produkte mit rutschhemmender Wirkung.
Tipp
Auf die Rutschsicherheit achten
Bei der Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Belag sollte neben der Optik vor allem die Rutschsicherheit eine Rolle spielen. Rutschhemmende Beläge für Außentreppen sind entsprechend rau konzipiert oder mit speziellen Leisten und Rillen versehen.
 

Für alle Beläge gilt: Der Untergrund muss eben und sauber sein. Schadhafte Betonstufen solltest du vor der Verlegung eines neuen Belags ausbessern. Danach dichtest du die Eckbereiche mit Flüssigkunststoff ab. Steht häufig Wasser auf den Stufen, etwa bei einer Kelleraußentreppe, sollte der Belag durchlässig sein, sodass das Wasser ablaufen kann.

Praxisbeispiel: Stein- oder Betontreppe sanieren

Die meisten Außentreppen bestehen aus Stein oder Beton – Materialien, die sich auch von Laien gut ausbessern lassen. Zunächst solltest du die Außentreppe mit einem Hochdruckreiniger und/oder einer Stahlbürste gründlich säubern. Wie du organische Beläge beseitigen kannst, zeigen wir dir in unserem Video-Tutorial zum Entfernen von Moos, Algen und Flechten. Brüchiges Material, Zement und Altbeläge trägst du am besten mithilfe von Hammer und Meißel ab. Auch ein Stein- bzw. Betonbohrer leistet dabei gute Dienste. Die Ränder der Schadstellen kannst du mit einem Winkelschleifer begradigen. Halte beim Bohren und Schleifen die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ein!

Nun füllst du Risse, Löcher und Abplatzungen mit Mörtel auf. Für trockene Treppen eignen sich kunststoffvergütete Mörtel oder Epoxidharzmörtel. Die Schicht sollte jedoch nicht dicker als 5 mm sein. Vor dem Auftragen muss der Beton mit einer speziellen Haftemulsion grundiert werden. Ist der Untergrund häufiger von Wasser durchnässt, bietet nur Zementmörtel zuverlässigen Halt. Da er beim Trocknen schwindet, solltest du Zementmörtel nur in einer Stärke von mehr als 5 mm aufbringen. Grundiert wird mit dickflüssiger Haftschlämme.

Bei größeren Schadstellen in der Außentreppe empfiehlt es sich, vorab eine Schalung zu bauen. Säge dir dazu ein Brett zurecht, bestreiche es mit wasserlöslichem Schalöl und stelle es dicht vor die Setzstufe. Schwere Steine sorgen dafür, dass es nicht umfällt. Fülle die Ausbrüche hinter dem Brett dann mit Mörtel auf und streiche ihn glatt.

Bei sehr tiefen Schadstellen solltest du den Mörtel mit Edelstahlschrauben stützten. Bohre dafür vorsichtig einige Löcher schräg nach unten in den Beton. Wie du ein Loch in Beton bohrst, erfährst du ebenfalls bei uns. Die Schrauben sollten mindestens 1 cm aus dem Beton herausragen und später in mindestens der gleichen Höhe mit Mörtel bedeckt werden. Bohre lieber etwas größer, damit du das Material nicht aus Versehen sprengst. Drehe dann die Schrauben ein. Ein Metalldraht, den du zwischen die Schrauben spannst, sorgt für zusätzliche Stabilität.

Sobald die Reparaturstellen getrocknet sind, kannst du sie mit einem Bandschleifer glätten. Den oberen Abschluss bildet entweder eine Beschichtung aus Flüssigkunststoff oder ein Außentreppenbelag. Die neuen Kanten lassen sich mit speziellen Metall- oder Kunststoffprofilen schützen.

Los geht’s – Schritt für Schritt

Die Theorie klingt einfach? Dann kannst du jetzt mit der Treppenrenovierung beginnen!

  • Untergrund gründlich reinigen
  • brüchiges Material und Altbeläge entfernen
  • Ränder begradigen
  • Treppe abkehren
  • Schadstelle grundieren und mit Mörtel auffüllen
  • Reparaturstelle abschleifen
  • Flüssigkunststoff oder Belag für die Außentreppe aufbringen

Fertig! Und wenn du jetzt so richtig Lust auf weitere DIY-Projekte bekommen hast, sieh dir doch mal unsere vielen Tipps und Vorschläge zum Thema Möbel selber bauen an.

Rechtliches

Wenn du eine Außentreppe erneuern oder sanieren möchtest, stellt sich natürlich auch die Frage nach den rechtlichen Rahmenbedingungen. Die gute Nachricht: Treppen, die als Nebeneingänge dienen und nur wenige Stufen umfassen, unterliegen kaum Regelungen. Größere Treppen, die zur Erschließung höher gelegener Stockwerke oder als Fluchtweg dienen, müssen dagegen fast immer genehmigt werden. Maßgeblich sind hier die jeweiligen Landesbauordnungen. Meistens sind deshalb auch bei der Sanierung Mindestbreiten, Steigungen und Absturzsicherungen zu beachten.