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Anschlag Kapp-und Gehrungssäge mit Epoxidharz vergießen. vom 18.2.2024

Fertiger AnschlagSchläuche angeschlossen
Fertiger AnschlagSchläuche angeschlossen

  • Skill level
    Normal
  • Costs
    30 €
  • Duration
    Mehr als 4 Tage

Vergießen der "Anschlagsöffnung" meiner Kapp und Gehrungssäge mit Epoxidharz.

Du brauchst
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Bleistift
  • Schleifpapier
  • Schere
  • Schraubzwingen
  • Feile
  • Bohrer
  • Heißluftpistole
  • Schlägel
  • Siebdruckplattenreste
  • Alu-Blech 1mm x 50mm x 250mm als Umrandung, 2 Siebdruckplatten 200mm x 200mm als Form, ca. 15mm Alu-T-Nutschine und 8 Alu-Holzschrauben als Armierung, 1 alte Staubsauger-Fugendüse, ca. 500ml klares Epoxidharz (Resin)
Schritt 1 4

Erklärung, Anschlag richten

Sperrholz und Silberpapier als Abstandshalter
Sperrholz und Silberpapier als Abstandshalter

Vorab: Ich tue mich - habe ich bemerkt - sehr schwer damit die richtigen Bezeichnungen für einige Maschinenteile zu nennen, weil ich sie einfach nicht kenne. Auch die Suchmaschine im Internet war selten hilfreich. Also bitte ich um Entschuldigung für die hin und wieder gestelzte Umschreibung mancher Teile.

Ich habe meiner billigen Kapp- und Gehrungssäge zunächst eine an der Wand befestigte klappbare "Station" mit (später anzubringender) Messleiste usw. spendiert. Dabei hatte ich immer im Hinterkopf, daß ich einen Anschlag vor den eigentlichen Anschlag Schrauben wollte, so wie es Lippi1976 am 05.01.2014 hier veröffentlichte, denn der Maschienenanschlag war in sich nicht gerade. Er viel beidseitig zur Mitte ab ich hatte also keinen geraden Anschlag, sondern einen Stumpfen Winkel von ca. 176° statt 180°. Außerdem störte mich immer dieser große Spalt, durch den das Sägeblatt immerwieder kleine Holzabschitte nach hinten warf. Zudem schmiss sie zuviele Sägespäne umher, die nicht abgesaugt wurden. Meine Station war fertig, und alles nach der Säge ausgerichtet, als mir das fehlen des Anschlags bewußt wurde. Ich hätte nun alle mühselig gefluchteten Alu-Profilführungen versetzen müssen. Das war mir zu viel Aufwand. Also mußte eine andere Idee her, wie ich mein Ziel erreichen kann, ohne das die Anschlagslinie weiter nach vorn kam... Lösung des Problems: Epoxidharz.
Da ich mit der Säge ausschließlich 90°- und selten 45°-Schnitte mache, ist es kein Problem, wenn der Anschlag ausgefüllt ist. Vertikal neige ich das Blatt nie.

Ich baute den Anschlag also ab. Etwas, das ich zuvor immer vermeiden wollte. Ich richtete ihn vorsichtig mit einem Holzschlägel. Dazu legte ich ihn, mit der Anschlagfläche, auf der die groben Skalen eingeprägt, sind nach unten, auf ein 1cm dickes Stahlblech, und schlug einige Male mäßig stark auf den Rundbogen, bis er Plan war. Ich baute alles wieder an die Säge an, und legte mir, als Abstandhalter und Kleckerschutz, eine 4 mm Sperrholzplatte, die ich in Alufolie eingeschlagen hatte, unter.

Schritt 2 4

Ummantelung und Fugendüsenanpassung

"Dengeln"
"Dengeln"
Rückwand vorläufig befestigt
Rückwand vorläufig befestigt
Fugendüse anpassen
Fugendüse anpassen
Kleine Seitenbleche auf dem Anschlag angeklebt
Kleine Seitenbleche auf dem Anschlag angeklebt
Rücken und Seitenbleche und gebogene Fugendüse mit Silikon und Klebeband angeklebt
Rücken und Seitenbleche und gebogene Fugendüse mit Silikon und Klebeband angeklebt

Jetzt baute ich mir die Grundform aus 1mm Aluminium-Blech. Ich verwendete dieses Blech, weil ich noch einige Reste hatte. Ansonsten hätte ich Laminierfolie genommen, in die ich vor Gebrauch eine Pappe einlaminiert hätte, damit sie stabil werden würde.
Das Alu-Blech schnitt ich mit einem Teppichmesser, an einem Stahllineal entlang, auf 220mm x 50mm. Das ging ziemlich gut. Nach 5 - 6 mal ritzen ließ sich das Blech sauber abbrechen.
Nun "dengelte" ich das Blech an einem 100er Rohrstück halbrund, bis es an die hintere Rundung des Maschinenaschlags paßte.
Mit doppelseitigem Klebeband fixierte ich dieses Blech, die künftige Rückwand.
Nun war die Staubsauger-Fugendüse an der Reihe. Zunächst nahm ich das Sperrholz mit der Alufolie weg, um den Schlitz der Einlage, in dem das Sägeblatt, beim Sägen in der Grundplatte läuft, zu treffen.
'Ranhalten...gucken...usw.
Mit der Heißluftpistole erwärmte ich die Düsenspitze und bog sie, im Schraubstock, solange, bis die Saugöffnung gerade auf dem Schlitz der Sägegrundplatte saß, und der Schlauchanschluss schräg nach rechts verlief. Als nächstes Schnitt ich den Teil der Einlage, in dem das Sägeblatt, beim Sägen in der Grundplatte läuft, an der "Anschlaglinie" ab. Ich wollte nur das Stück behalten, das später unter dem Anschlag liegt. Der breite Originalschlitz soll mir einen genügend großen Hohlraum für die Absaugung bieten.
Am Alublech zeichnete ich nun die Kontur der Saugrohres nach, nahm das Blech ab, Schnitt mit einer Schere den Halbkreis aus und klebte es wieder an. Ich fummelte noch zwei kleine Blechlein zurecht, die die Lücke zwischen dem Halbkreisblech und der Anschlagsvorderkante schlossen und befestigte sie mit Klebeband.
Die angepaßte Staubsaugerdüse klebte ich mit Fenstersilikon ans Alu-Blech an. Ich benutzte ein Silikon, das beim aushärten seine Farbe von weiß auf transparent wechselt, um sicher erkennen zu können, wenn alles fest sein würde.

Schritt 3 4

Einschalen, "Armieren", Epoxidharzgießen

Schalungsplatte mit Zwingen
Schalungsplatte mit Zwingen
Alu-T-Nutschiene
Alu-T-Nutschiene
Abstandshalterleiste eingekeilt
Abstandshalterleiste eingekeilt
Erste Lage gegossen
Erste Lage gegossen

In die Nuten des Anschlages, in denen die verschiebbaren Anschlagsverbreiterungen/-erhöhungen sitzen, unter meine kleinen Blechlein, habe ich nun jeweils einen kleinen, dick mit Vaseline eingefetteten Holzquader, als Stopfen, gelegt.
Ob es nötig ist, Epoxidharz an Aluminium extra zu befestigen und zu Armieren weiß ich nicht. Aber sicher ist sicher. Deshalb bohrte ich 3 Löcher schräg, von hinten in den halbrunden "Fuß" des Anschlags und drehte Alu-Holzschauben von außen nach innen hinein. Vier weitere Schrauben drehte ich in die von mir gemachte Rückwand hinein. Vorne legte ich längs, zwischen die kleinen Holzquader, in den Anschlag ein Stück Alu-T-Nutschiene, als Armierung. Diese Schiene habe ich zuvor etwas zurechtgefeilt und blau angemalt. Bei der Gelegenheit malte ich die Silikonfuge zwischen "Sockel" und Rückwand gleich mit an. Ich nahm für alles was ich verbaute Alu, falls das Sägeblatt doch einmal irgendetwas erwischen sollte. Die eingelegte T-Nutschiene würde ich ja auf jeden Fall beim ersten Schnitt zersägen. Jetzt baute ich das ganze ab, und legte eine Siebdruckplatte unter das Anschlaggebilde. Eine Zweite spannte ich, mit Schraubzwingen, vor den Anschlag. Vorsichtshalber rieb ich die Innenflächen meiner Schalungsplatten mit Vaseline, als Trennmittel, ein. Auch die Ansaugöffnung der Staubsaugerfugedüse füllte ich reichlich mit Vaseline. Zuletzt "keilte" ich noch eine Leiste zwischen die beiden Alublechlein, weil sie, durch das von außen drückende Klebeband, etwas zum nach innen kippen neigten.

Das von mir gewählte Epoxidharz, das im Verhältnis 1:1 angemischt wird, goss ich, nachdem ich alles, mit der Wasserwaage ausgerichtet hatte, in das Bauteil. Es entstand die erste etwa 2 cm hohe Schicht. Ich hätte auch gleich alles in einem Zuge Gießen können, wollte aber erst einmal sehen, ob alles dicht ist. Das Epoxidharzhabe ich übrigens bei einem asiatischen Versandhaus in der Größe 500ml gekauft. Gehandelt wird es als "Künstler Resin - kristallkar" und kostet unter 20€.
Am darauf folgenden Tag nahm ich die Leiste zwischen meinen Blechlein heraus und goss dann alles aus. Eine dritte und letzte Schicht am 3. Tag brachte dann schließlich den letzten fehlenden Millimeter Füllung. Am zweiten Tag hatte ich entwender noch nicht hoch genug gegossen, oder die Füllung war durch Setzten oder ähnliches nicht mehr voll.
Die ganze Aktion machte ich, da meine Werkstatt unbeheizt ist, bei Temperaturen zwischen 1°C - 6°C. Von einem zum anderen Tag war das Epoxidharz zähflüssig bis "Kaugummiartig". Ich glaube, daß man sagen kann, daß ich die Schichten flüssig in flüssig gegossen habe.

Schritt 4 4

Ausschalen, Montieren, Ausrichten

Fertiger Anschlag
Fertiger Anschlag
Schläuche angschlossen
Schläuche angschlossen
Unter dem Anschlag ist das verbliebene Stückchen Einlegeplatte zu sehen
Unter dem Anschlag ist das verbliebene Stückchen Einlegeplatte zu sehen

Nach 7 Tagen war alles hart geworden. Ich schalte alles aus, was sehr leicht ging.
Am vorderen sichtbaren Anschlag hatte sich ein hauchdünner Epoxidharzfilm, etwa 2—3cm zwischen Anschlag und Schalung gezogen. Erstaunlich - übrigens - wie dieses doch sehr zäh wirkende Material in die kleinsten Spalten und Ritzen kriecht.
Ich schliff diese Schicht mit den Schwingschleifer ab. Die Oberfläche, aus der das Saugrohr ragt schliff ich mit der Hand, mit Sandpapier etwas über, denn es hatten sich dort ein paar Sägespähne "eingenistet", die ich bei anderen Arbeiten verursacht hatte. Hätte ich den Anschlag abgedeckt aushärten lassen wäre das nicht passiert. Hätte hätte...
Vom Schleifen ist die Oberfläche des Harzes blind geworden. Ich hätte alles wieder auf glasklar polieren können, aber es ist nur ein Anschlag...
Nachdem die Vaseline aus der Saugdüse entfernt war, baute ich alles wieder an die Säge. Zum Ausrichten legte ich ein Richtscheit an die Messschienen meiner klappberen Station und schaute alles fest.
Mit meiner Lackierermaske, die auch schon beim schleifen des Harzes aufgesetzt hatte, geschützt sägte ich nun solange in meinen Anschlag hinein, bis die Säge kein Schneide-, Kratzgeräusch mehr machte.
Alles hielt bestens. Der ganze Anschlag ist robust wie ein Stein.
Nun machte ich den Test mit der 4- (5-) Schnittmethode...
Super 90°.
Jetzt klebte ich noch meine Maßbänder an die Achläge... Fertig.
Was jetzt noch fehlt, ist die Eilegeplatte, in der Das Sägeblatt läuft. Ich hatte ja das Stückchen unter dem Anschlag gelassen. Den Rest werde ich aus Siebdruckplatte machen.


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