Werkzeuge für Heim & Garten

Inlay zur Kleinteilaufnahme für eine GOF 1600 CE in einer Sortimo-L-BOXX

Fertiges Inlay in der L-BOXX
Fertiges Inlay in der L-BOXX

  • Skill level
    Einfach
  • Costs
    7 €
  • Duration
    1-2 Tage

Da ich die meisten meiner Handmaschinen in den dazugehörigen Transportboxen aufbewahre, finde ich es naheliegend, wenn auch das Zubehör der Maschinen sich dort befindet. So bleibt das Equipment zusammen. Als ich mir vergangenes Jahr die Bosch Handoberfräse GOF 1600 CE zulegte, mit dem Ziel sie überwiegend stationär zu verwenden, hat mich vor Allem die Möglichkeit gereizt, unterschiedlich große Spannhülsen verwenden zu können.
Zusammen mit anderen Zubehörteilen fehlte es mir in der Sortimo-Box für eine adäquate Aufbewahrung. Insbesondere für die Spannhülsen. Nach reiflicher Überlegung entstand ein Inlay in Form eines Steckbrettes.

Du brauchst
  • Kapp- und Gehrungssäge
  • Schleifpapier
  • Schraubzwingen
  • Bleistift
  • Stechbeitel
  • Feile
  • Dekupiersäge
  • Siebdruckplatte 360 x 201 x 24 mm
Schritt 1 10

Planung des Inlays

Unterschiedliche Schablonen-Varianten
Unterschiedliche Schablonen-Varianten

Das Innere der L-BOXX beinhaltet einen EPP-Schaum, der die Maschine und einige Zubehörteile sicher verwahrt. Da ich den Parallelanschlag mit Feineinstellung zum Verstellen des Parallelanschlages am Frästisch verwende, kommen lediglich die beiden Führungsstangen in die L-BOXX. Statt dem Parallelanschlag blieb unter dem geschlossenen Deckel etwas Platz, um ein Steckbrett für die Kleinteile herausnehmbar zu integrieren.
Leider war die Vermessung des EPP-Schaumes nicht ganz so einfach, sodass ich das Ganze mit Hilfe des CADs konstruierte, Zeichnungen ableitete, um letztendlich die Ansicht als Schablone im Maßstab 1 : 1 auszuschneiden. Es bedurfte mehrere Anpassungen der Ausschnitte, bis es so einiger Maßen passte.
Als Material wählte ich eine 24 mm starke Siebdruckplatte, da sie im Baumarkt kein Multiplex in dieser Stärke führten.

Schritt 2 10

Aufbringen der Zeichnung und fräsen der unteren Nuten

Die Lage der Zeichnungsansicht wird mit Kreppband markiert und mit Sprühkleber eingesprüht...
Die Lage der Zeichnungsansicht wird mit Kreppband markiert und mit Sprühkleber eingesprüht...
...ebenso die Zeichnungsansicht, bevor sie auf das Brett geklebt wird
...ebenso die Zeichnungsansicht, bevor sie auf das Brett geklebt wird
Mit Hilfe eines Distanzklotzes wird der Abstand des Parallelanschlages eingestellt
Mit Hilfe eines Distanzklotzes wird der Abstand des Parallelanschlages eingestellt
Fräsen der Nuten
Fräsen der Nuten
Fertige Nuten
Fertige Nuten
Im Detail
Im Detail

Um die Zeichnungsansicht auf dem Holz auszurichten, markierte ich einen Teil der Umrisse mit Kreppband. Anschließend besprühte ich sowohl das Holz, als auch die Rückseite der Zeichnungsansicht mit lösbaren Sprühkleber. Die Kreppbandmarkierungen halfen beim Aufkleben der Zeichnung.
Nach dem Aufkleben der Zeichnungsansicht, fing ich an die Nuten so anzufertigen, dass sie genau auf die Führungsstangen gesteckt werden können. Hierzu fertigte ich jeweils einen Distanzklotz an, mit dem ich den Abstand zwischen Fräser und Parallelanschlag am Frästisch einstellte.

Schritt 3 10

Notwendige Bohrungen

Bohren der Aussparung für den Drehknauf der Maschine
Bohren der Aussparung für den Drehknauf der Maschine
Bohrung um den Zentrierkegel aufzunehmen
Bohrung um den Zentrierkegel aufzunehmen

Um das Brett entnehmen zu können bohrte ich zwei Ø 35 mm Löcher in das Holz. Ebenso ein Loch, welches den Drehknauf für die Feineinstellung der Maschine ausspart.
Für die Spannhülsen, die eine Schlüsselweite von 24 mm haben, räumte ich mit einem Ø 22 mm Forstnerbohrer einen Großteil frei.

Schritt 4 10

Beschnitt der Längsseiten

Zuschnitt mit der Tauchhsäge
Zuschnitt mit der Tauchhsäge
Fertiger Zuschnitt
Fertiger Zuschnitt

Mit Hilfe der Führungsschiene und der Tauchsäge sägte ich die Längsseiten des Inlays zu. Das war erforderlich, da die Nuten auf der Unterseite nicht parallel zu den Längsseiten verlaufen.

Schritt 5 10

Frässchablone für den Zentrierdorn

Mittiges Bohren zweier Brettchen um an der Schablone die Fingeraussparung herzustellen
Mittiges Bohren zweier Brettchen um an der Schablone die Fingeraussparung herzustellen
Zusammenleimen der Schablonenteile
Zusammenleimen der Schablonenteile
Fräsen der Aussparung für den Zentrierstift
Fräsen der Aussparung für den Zentrierstift
Fertig gefräste Aussparung
Fertig gefräste Aussparung
Der Bündigfräser
Der Bündigfräser

Um den Zentrierdorn für die Ausrichtung des Kopierrings aufzunehmen, benötigte ich eine Kopierschablone im Maßstab 1 : 1, da ich die Kontur der Schablone mit einem Bündigfräser aus dem Inlay herausgefräst habe. Mit Expressleim leimte ich Einzelteile der Schablone zusammen. Die Aussparungen, um mit den Fingern den Zentrierdorn herausnehmen zu können stellte ich mit einem Forstnerbohrer her.
Die Schablone fixierte ich mit Doppelklebeband an dem Inlay und fräste die Aussparung für den Zentrierdorn aus.

Schritt 6 10

Behelfszirkel für die Fräse

Fertige Ringnut mit dem verwendeten Zirkelbrett
Fertige Ringnut mit dem verwendeten Zirkelbrett

Der Halter, an dem die Kopierringe an der Fräse mit einem Bajonettverschluss fixiert werden, sollte in eine Art Ringnut aufbewahrt werden. Hierzu bohrte ich ein Ø 3 mm Führungsloch für einen Zylinderstift in das Inlay. Er dient sozusagen als eine „Zirkelspitze“. In einem Multiplexbrettchen kam ebenfalls ein Ø 3 mm Loch für den Passstift. Im entsprechenden Abstand zu diesem Loch bohrte ich ein Ø 30 mm Loch mit einem Forstnerbohrer. Darin führt sich die Fräse mit einem Ø 30 mm Kopierring. In die Fräse spannte ich einen Ø 20 mm Fräser und fräste in mehreren Durchgängen die Ringnut in das Inlay.

Schritt 7 10

Frässchablone für den Inbusschlüssel

Aufreißen der Schablonenkonturen mit 3,5 mm Aufmaß pro Fläche
Aufreißen der Schablonenkonturen mit 3,5 mm Aufmaß pro Fläche
Um schöne Rundungen zu fräsen, werden diese an der Schablone gebort
Um schöne Rundungen zu fräsen, werden diese an der Schablone gebort
Fertig gebohrt
Fertig gebohrt
An der Kapp- und Gehrungssäge habe ich zuvor Nuten gesägt, die an der Dekupiersäge fertig ausgeschnitten wurden
An der Kapp- und Gehrungssäge habe ich zuvor Nuten gesägt, die an der Dekupiersäge fertig ausgeschnitten wurden
Am Schraubstock werden die Kanten rund gefeilt...
Am Schraubstock werden die Kanten rund gefeilt...
...bis nun endlich die Fräsung erfolgen kann
...bis nun endlich die Fräsung erfolgen kann

Um die Fräse im Frästisch von oben verstellen zu können, gibt es einen speziellen Inbusschlüssel.
Die Kontur, um diesen Inbusschlüssel aufnehmen zu können, fräste ich mit einem Ø 6 mm Fräser und einen Ø 13 mm Kopierring. Die Differenz beider Durchmesser beträgt 7 mm, sodass die Schablone 3,5 mm pro Fläche größer als die fertige Ausfräsung ausgearbeitet werden musste.

Schritt 8 10

Sechskant-Frässchablone für die Aufnahme der Spannhülsen

Mit der Dekupiersäge wird das Sechskant für die Schablone ausgesägt...
Mit der Dekupiersäge wird das Sechskant für die Schablone ausgesägt...
...und jeweils zum Fräsen ausgerichtet
...und jeweils zum Fräsen ausgerichtet

Da die vielen unterschiedlich großen Spannhülsen ebenfalls ein „Zuhause“ brauchen, stellte ich eine Frässchablone mit der Dekupiersäge her. Da die Schlüsselweite der Spannhülse 24 mm beträgt war nur eine Schablone notwendig, sodass diese jeweils ein Stückchen weiter versetzt werden musste um die Kontur mit dem Bündigfräser herauszufräsen. Die Ecken der Sechskantlöcher stach ich mit einem Stechbeitel scharfkantig nach.

Schritt 9 10

Ausarbeiten der Außenkonturen

Die Außenkontur wurde ein Fall für die Stichsäge.
Die Außenkontur wurde ein Fall für die Stichsäge.
Kanten mit Abrundfräsern verrunden
Kanten mit Abrundfräsern verrunden

Mit der Stichsäge sägte ich die runden Außenkonturen des Inlays aus und schliff sie an der Tellerschleifmaschine auf das Maß. Mit Abrundfräsern rundete ich alle Kanten ab, was zum einen gefälliger aussieht und zum anderen eine angenehmere Haptik ergibt. Daraufhin schliff ich das Ganze nach. Abschließend erhielt die Oberfläche noch einen Anstrich mit einem Antiköl.

Schritt 10 10

Fazit

Fertige Oberseite
Fertige Oberseite
Fertige Unterseite
Fertige Unterseite
Auf den Führungsstangen des Parallelanschlags liegt das Inlay
Auf den Führungsstangen des Parallelanschlags liegt das Inlay
Das bestückte Inlay in der L-BOXX
Das bestückte Inlay in der L-BOXX

Vielleicht empfindet der ein oder andere die Beschreibung für dieses Inlay als etwas zu umfangreich. Da aber nicht jeder mit den Möglichkeiten der Handoberfräse vertraut ist, denke ich, dass der Umfang seine Berechtigung hat.
Besonders wichtig erschien mir die Aufbewahrung für die Spannhülsen, die mir nun in den Größen 6 mm, 8 mm, 10 mm und 12 mm vorliegen. Geplant ist die Anschaffung von ¼“, ½“ und ¾“-Spannhülsen, sodass sämtliche Fräser-Durchmesser für diese Fräse genutzt werden können.


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