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Decke abhängen – Anleitung mit nützlichen Profi-Tipps

Abgehängte Decke in der Bauphase
Mit einer abgehängten Decke kann dein Raum viel gewinnen, und zwar nicht nur, was die Ästhetik angeht.

  • Schwierigkeit
    Schwer
  • Kosten
    > 100 €
  • Dauer
    1 d

Einleitung

Eine Decke abzuhängen, kann ein lohnendes Projekt sein – ob aus optischen Gründen, aufgrund des Schallschutzes oder einfach nur, um den Raum effizienter zu heizen und somit Kosten zu sparen. Du kannst deine neue Decke frei gestalten, bei Bedarf eine ansprechende Beleuchtung wählen und sogar Kabel im Zwischenraum verschwinden lassen.

In unserer DIY-Anleitung zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du dieses Projekt problemlos in Eigenregie umsetzen kannst und liefern dir alles Wissenswerte rund um das Thema „Decke abhängen“ im Trockenbauverfahren.

Du brauchst
  • Dämmmaterial (bei zusätzlicher Schalldämmung)
  • Gipskartonplatten
  • UD-Deckenprofile
  • CD-Deckenprofile
  • Profilverbinder für CD-Profil
  • Kreuzverbinder
  • Dichtungsband
  • Drehstiftdübel
  • Trockenbauschrauben
  • Trenn-Fix
  • Spachtelmasse
  • Grundierung
  • Schleifpapier
L: Länge, B: Breite, H: Höhe, D: Durchmesser

Planung

Was sind die Vorteile einer abgehängten Decke? Welche Materialien eignen sich? Was für Decken gibt es überhaupt? Diese und weitere Fragen beantworten wir dir jetzt.

Warum du deine Decke abhängen solltest – alle Vorteile auf einen Blick

  • Bei abgehängten Decken gestaltet sich u. a. das Thema Beleuchtung sehr viel einfacher. Kabel können oberhalb der Deckenplatten verlegt werden, und du musst keine Bodendielen anheben, um attraktive Beleuchtungssysteme zu installieren. Durch den Hohlraum zwischen der alten und der abgehängten Decke staut sich keine Hitze, und auch die Wartung ist einfach.
  • Hohe Decken, vor allem beim Altbau, sind nicht jedermanns Sache. Dabei spielt nicht nur der ästhetische Aspekt eine Rolle. Das Heizen hoher Räume ist alles andere als energieeffizient. Aufgrund des größeren Raumvolumens dauert es viel länger, bis sie die gewünschte Temperatur erreichen.
  • Auch das Thema Schalldämmung kann eine Rolle spielen. Wenn deine Decke den Lärm deines Nachbarn über dir durchlässt, kannst du den Raum zwischen alter und neuer Decke mit Schalldämmplatten ausstatten. Mehr dazu später.
  • Durch das Abhängen der Decke trägst du positiv zur Raumakustik bei. Der Schall breitet sich bei einer hohen Decke weiter aus und wird leichter zurückgeworfen, da z. B. Möbel nicht bis zur Decke reichen und somit den Schall nicht schlucken können. Dieser wird dann zurückgeworfen, und das Überlappen der Schallwellen ist für dich als Raumhall oder in extremen Fällen als Echo zu hören. Mit einer geringeren Deckenhöhe wirkst du diesem Effekt entgegen und kannst die Akustik deines Raums besser genießen.
  • Abgehängte Decken haben auch einen dekorativen Zweck. Wenn du beispielsweise eine besonders schäbig aussehende Decke hast, kann das Abhängen die ideale Lösung sein, um sie zu verbergen.
  • Deckenplatten gibt es in sehr attraktiven Designs, und falls du selber kreativ werden möchtest, kannst du deine Decke frei gestalten und an deinen Einrichtungsstil anpassen.

Die verschiedenen Arten von Decken

Zunächst musst du dir über die Ausgangssituation des Raumes, in dem die Decke abgehängt werden soll, im Klaren sein.

Im Wohn- oder Schlafzimmer ist die Lage meistens recht simpel. Die einzige Herausforderung stellt mitunter das Bohren der Löcher dar, wenn Wände und Decke aus Beton bestehen. Mit einer normalen Bohrmaschine kommt man dort nicht weit, da der Materialabtrag durch die Bohrerrotation viel zu gering ist. Hier musst du schon schwerere Geschütze auffahren, und zwar in Form einer pneumatischen Schlagbohrmaschine – eines sogenannten Bohrhammers.

Solltest du dir nicht sicher sein, aus welchem Material deine Wand besteht, hilft dir unser Tutorial zum Testen von Wandtypen sicherlich weiter.

Im Badezimmer sieht es schon etwas komplexer aus. Die Wände sind nicht selten gefliest, und du solltest genau wissen, wo sämtliche Leitungen in der Wand verlaufen. Wie du angebohrte Leitungen vermeidest, erfährst du hier: Wasserleitung angebohrt: Was tun und wie verhindern?. Im Badezimmer herrscht auch öfters, gerade nach dem Duschen, eine hohe Luftfeuchtigkeit, was du bei deiner Deckenkonstruktion besonders beachten solltest.

Dachschrägen sind ein Thema für sich. Nicht nur das Einrichten deiner Wohnung bei Dachschrägen kann eine Herausforderung sein, sondern auch das Abhängen der Decke selbst. Scheue nicht davor zurück, einen Fachmann um Rat zu Fragen – gerade bei anspruchsvolleren Deckenabhängungen.

Decke abhängen mit Holz oder Metall – was eignet sich besser?

Bei der Planung stellt sich zunächst die Frage nach dem Material: Solltest du deine Decke mit Holz oder Metall abhängen?

Holzdecken sind etwas umständlich und schwieriger zu realisieren als Metalldecken. Ihre Montage dauert länger, sie wiegen viel mehr, müssen umfangreicher befestigt werden, und die Platten lassen sich nicht so leicht austauschen. Darüber hinaus ist eine abgehängte Decke aus Metall auch passgenauer, da sich Holz bei Temperatur- und Feuchtigkeitsunterschieden dehnt und zusammenzieht und als natürliches Material nicht starr bleibt wie Metall. Ein Holzbalken verfügt immer über eine natürliche Maserung, und man kann Holz nicht beliebig formen, sondern muss den natürlichen Wachstumsverlauf beachten.

Der größte Vorteil von Metall ist jedoch ein anderer: Für das Abhängen der Decke gibt es Sets aus Metall, die in verschiedenen Abmessungen erhältlich sind. Diese beinhalten UD- und CD-Profile sowie passende Direktabhänger und Profilverbindungen, die auf die einzelnen Bestandteile abgestimmt sind. Eine Decke mit UD- und CD-Profilen abzuhängen, eignet sich vor allem bei einer geringeren Abhängehöhe von bis zu 12,5 cm (die gängige Maximallänge der Direktabhänger). Solltest du deine Decke tiefer abhängen wollen, so müsstest du zu einer Unterkonstruktion aus Holz greifen, da diese für alle Höhen geeignet ist. Der Preis ist für beide Varianten fast identisch, und so empfehlen wir bei passender Höhe eine Deckenabhängung aus Metall.

Ob du dich für Holz oder Metall entscheidest, spielt für das Resultat eine untergeordnete Rolle. Die Arbeitsschritte unterschieden sich zwar, die Hauptsache ist jedoch, dass du am Ende eine stabile und tragfähige Konstruktion erhältst. In unserer Anleitung gehen wir fürs Abhängen der Decke mit Metallsets und Rigips im Trockenbau vor.

Welche Profile eignen sich für das Abhängen der Decke?

Was bedeutet eigentlich die Abkürzung „UD“ oder „CD“ bei Profilen? Wenn du dir diese Frage auch schonmal gestellt hast, dann haben wir hier die Erklärung für dich:

Der Unterschied von U- und C-Profilen

U- und C-Profile stellen die Hauptvertreter der Trockenbauprofile dar. Der Name der Profile sagt schon etwas über ihre Form aus. U-Profile kann man sich wie den Buchstaben vorstellen. Die nach oben offenen Kanten sind gerade, ganz im Gegensatz zum C-Profil, wo die Kanten nochmals spitzwinklig gebogen sind. Beim Aufbau von Wand- und Deckenkonstruktionen geben U-Profile Bedingungen und Richtung vor, wohingegen C-Profile für die spätere Stabilität sorgen.

Was sagt der zweite Buchstabe über die Profile aus?

Zur genaueren Kennzeichnung der U- und C-Profile gehört immer ein weiterer Buchstabe. Meist handelt es sich im Trockenbau dabei um W- und D-Endungen. Die Erklärung dahinter ist recht einfach: W steht für nichts anderes als Wand, und D (du hast es sicherlich schon geahnt) steht für Decke. Wir werden demnach UD- und CD-Profile verwenden. UD-Profile dienen uns als Rahmen und werden an zwei gegenüberliegenden Wänden befestigt. Im Anschluss fixieren wir CD-Profile als Unterkonstruktion, um für die nötige Stabilität zu sorgen.

Die Decke mithilfe eines Lasers abhängen

An die Decke ist meistens nicht so leicht heranzukommen, und fast immer muss man zur Leiter greifen. Das ist vor allem beim Vermessen und Markieren nervig. Hier muss man jedes Mal absetzen, die Wasserwaage neu ansetzen und stets darauf achten, dass man eine gleichbleibende Höhe einhält, alles waagerecht ausgerichtet ist und nicht verrutscht. Dieser Zeitaufwand kann sich über die Länge deines Projekts, je nach Aufwand, gerne mal mehrere Stunden hinziehen, da du diesen Schritt auch beim Verbinden deiner CD-Profile mit den Direktabhängern beachten musst.

Mithilfe eines Linienlasers kannst du hier enorm viel Zeit sparen. Du musst diesen nur in der Mitte des Raums positionieren und einmalig auf die passende Höhe ausrichten. Nun ziehst du einfach deine Markierungen mit einem Abstand von jeweils ca. einem Meter mit Bleistift an deiner Wand und hast binnen weniger Minuten diesen Schritt erledigt.

Um die korrekte Höhe deiner CD-Profile zu ermitteln, damit deine Decke später auch gerade hängt, kannst du eine Plastikschablone mit Magneten verwenden (in fast jedem Baumarkt erhältlich). Diese Schablone befestigst du jeweils an den CD-Profilen und achtest während der Ausrichtung darauf, dass der Laser auf der passenden Markierung liegt. Die Kosten eines Lasers können sich gerade bei mehreren Räumen schnell lohnen. Du sparst nicht nur Zeit, sondern auch Nerven – so lässt sich dein Projekt auch prima im Alleingang realisieren.

Die korrekte Schalldämmung der Decke

Lärm kann eine Decke leicht durchdringen. Das hat etwas mit dem Prinzip des Körperschalls zu tun. Um dies zu verhindern, versuchen wir bei der Deckenabhängung stets, den direkten Wandkontakt zu vermeiden, damit sich keine Schallwellen über die Konstruktion im Raum ausbreiten. Behalte diesen Gedanken bei jedem Arbeitsschritt im Hinterkopf.

Am besten verwendest du Direktabhänger und dämmst die UD-Profile mit Dichtungsband ab – auch wenn du keine eigentliche Schalldämmung in deiner Abhängung verbauen willst. Solltest du jedoch Schalldämmungsmaßnahmen in deiner abgehängten Decke treffen wollen, so wäre nun der optimale Zeitpunkt dafür. Der zusätzliche Kosten- und Zeitaufwand ist minimal. Mit unserer detaillierten Anleitung zur Schalldämmung der Decke  steht erholsamen Stunden in deinen eigenen vier Wänden nichts mehr entgegen. Sieh dir am besten auch gleich unsere Anleitung zur Schalldämmung der Wand  dazu an.

Los geht’s – Schritt für Schritt

Für das Abhängen der Decke wählen wir den Trockenbau mit Rigipsplatten bzw. Gipskartonplatten.

Schritt 1 7

Decke vorbereiten

Markiere die Wunschhöhe deiner Decke an der Wand. Nutze dazu am besten einen Laser, um Zeit zu sparen. Falls du keinen Laser zur Hand hast, reicht auch eine Wasserwaage, um eine Linie entlang dieser Höhe per Bleistift zu ziehen. Achte darauf, immer waagerecht zu bleiben, da sich meistens schon in diesem Schritt entscheidet, ob deine Trockenbau-Decke gerade oder schief hängen wird.

Schritt 2 7

UD-Profile an der Wand anbringen

Schematische Darstellung der Anbringung von UD-Profilen an der Wand
So bringst du UD-Profile an der Wand an.

 

Im nächsten Schritt bringst du die UD-Profile an der Wand an. Diese markieren die spätere Höhe der Deckenabhängung (achte zusätzlich darauf, die Stärke der Gipskartonplatten einzuberechnen). An der Wandseite beklebst du nun die Profile mit Dichtungsband, drückst diese entlang der vorgezeichneten Linie an und bohrst in regelmäßigen Abständen von maximal 50 cm Löcher durch die Profile in deine Wand.

In unserem Tutorial zum Bohren von Löchern in Betonwänden zeigen wir dir, wie dies problemlos gelingt. Denk daran, dass du gerade bei Betonwänden auf einen Bohrhammer zurückgreifen solltest. Mit passenden Dübeln und Schrauben befestigst du deine Profile.

Schritt 3 7

Direktabhänger an der Decke anbringen

Schematische Darstellung der Anbringung von Direktabhängern an der Decke
So bringst du Direktabhänger an der Decke an.

 

Selbst wenn Schallschutz nicht dein Hauptaugenmerk bei diesem Projekt ist, so ist es dennoch wichtig, die Decke von der Vorsatzschale komplett zu entkoppeln, da ansonsten Schwingungen von dort aus auf den kompletten Raum übertragen werden.

Falls du deine abgehängte Decke mit Schallschutz ausstatten möchtest, solltest du statt Direktabhängern schallentkoppelte Schwingungsabhänger verwenden. Markiere die Position deiner Abhänger mit Schlagschnur und Bleistift. Die Abhänger sollten einen Abstand von 15–20 cm zur Wand und 50 cm untereinander haben. Befestige sie mit geeigneten Schrauben und Dübeln an deiner Decke und beachte die maximale Traglast (siehe Herstellerangaben).

Schritt 4 7

Grundprofile anbringen

Da es sich bei den Bestandteilen deiner Abhängung aus Metall um Sets handelt, kannst du die CD-Profile ohne Mühe passend zwischen die Abhänger schieben. Prüfe mittels Wasserwaage oder Laser und Plastikschablone, ob alles richtig positioniert und waagerecht ist.

Verschraube die Profile mit den Abhängern. Unser Tipp: Verwende dazu TEX-Schrauben. Diese sind selbstbohrend und bieten aufgrund des bis zum Schraubenkopf reichenden Gewindes besonderen Halt und Stabilität. Um die Länge der Profile anzupassen, kannst du auch zwei Profile mit einem Längsverbinder zusammenstecken und verbohren. Zu lange Profile schneidest du mit einer Blechschere ab.

Warnung
Achtung!
Deckenprofile nicht mit einem Winkelschleifer oder ähnlichem Gerät zuschneiden! Durch die Hitzebildung würden die Profile an den Anschlussstellen stark rostanfällig werden, was deine Konstruktion anfällig und instabil machen würde.
Schritt 5 7

Traglattung (Dämmmaterial optional)

Schematische Darstellung der Anbringung der Traglattung für eine abgehängte Decke
So sieht die Traglattung für deine abgehängte Decke aus.

 

Nun geht es an die CD-Profile, welche die Traglattung bilden und deiner Konstruktion die nötige Stabilität verleihen. Schiebe zuerst die Tragprofile in die Wandprofile und verbinde diese mit Kreuzverbindern. Solltest du die Decke mit Dämmmaterial ausstatten wollen, so füllst du die Zwischenräume Schritt für Schritt mit dem Material deiner Wahl (bevorzugt Steinwolle) auf. Achte darauf, dass der Achsabstand zwischen den Tragprofilen 50 cm nicht übersteigt.

Schritt 6 7

Gipskarton- bzw. Rigipsplatten an der Decke befestigen

Damit die Fugen später bei Deckenbewegungen nicht reißen, klebe die Wand an den entsprechenden Stellen mit Trenn-Fix ab. Befestige nun die Gipskartonplatten mit der langen Seite quer zu den Tragprofilen und schraube sie an den Profilen fest. Fange in der Mitte oder an einer Ecke an, um Stauchungen der Platten zu vermeiden.

Für den Zuschnitt der Platten schneidest du diese auf der Sichtseite zunächst mit einem Cuttermesser ein und brichst die Platte danach über einer harten Kante. Im Anschluss trennst du die Platte mithilfe deines Cuttermessers komplett durch. Um die Fugen besser setzen zu können, kannst du die Gipskartonplatten mit einem Kantenhobel bearbeiten.

Schritt 7 7

Fugen verspachteln und Grundierung

Im letzten Schritt verspachtelst du die Fugen und Schraubenlöcher. Mögliche Unebenheiten kannst du leicht abschleifen. Entferne die Überreste des Trenn-Fix-Streifens und grundiere die Gipskartonplatten vor dem eigentlichen Anstrich, da diese Farbe leicht aufsaugen. So erhältst du später auch das perfekte Farbergebnis.

Falls du noch auf der Suche nach nützlichen Tipps bist, findest du alles Wichtige rund um Pinsel, Farbe und die passende Technik in unserem Tutorial zum Wändestreichen.

Gratulation! Du hast erfolgreich deine Decke selber abgehängt. Entdecke viele weitere DIY-Wohntrends & Wohnideen oder schau auf unserem YouTube-Kanal vorbei und finde zahlreiche detaillierte Tutorials für deinen Wohnbereich. Vielleicht wartet hier schon dein nächstes Projekt auf dich.