Hecke pflanzen, schneiden und entfernen

Ein Mann beim Schneiden der Hecke
Eine Hecke im Garten zu pflanzen und später zu schneiden, ist mit den richtigen Tipps und dem passenden Werkzeug kein Problem.

Hecke pflanzen

Pflanzen einer Hecke
©iStock/LianeM

Eine neue Hecke pflanzt du am besten im Herbst, bevor der erste Dauerfrost kommt. Dann sind die jungen Pflanzen im folgenden Frühjahr schon gut eingewurzelt, können besser wachsen und treiben stärker aus. So erreicht deine Hecke schneller die gewünschte Höhe und wird außerdem auch früher blickdicht.

Prüfe vor dem Pflanzen jedoch unbedingt den Grenzabstand zum Nachbargrundstück und achte darauf, ihn mit der Hecke nicht zu unterschreiten. Hebe dann den Pflanzgraben aus und reichere die Erde mit reichlich reifem Kompost an. So kommen Luft und Wasser später besser an die frisch gesetzten Pflanzen, sodass sie besser Wurzeln bilden können.

Setze dann die Heckenpflanzen ein und drücke die mit Kompost vermischte Erde fest an. Gieße anschließend reichlich und gib etwas Rindenmulch auf die Erde. Der Mulch hält die Feuchtigkeit besonders lange an den Pflanzenballen.

Gute Komposterde lässt sich mit den richtigen Tipps übrigens ganz einfach selbst herstellen. So kannst du deine Pflanzen jederzeit mit wertvollen Nährstoffen versorgen. Wie du Komposterde im Garten gewinnst, erfährst du hier.

Hecke schneiden

Mann mit Heckenschere beim Schneiden

Ist deine Hecke gut angewachsen, wird sie sich recht bald in alle Richtungen ausbreiten, also in die Höhe und auch in die Breite wachsen. Mit einer Heckenschere kannst du sie dann ganz einfach in die von dir gewünschte Form bringen, sodass sie ideal in deinen Garten passt.

Wirklich kompliziert ist das bei den meisten Pflanzen nicht. Dennoch sind ein paar nützliche Tipps immer hilfreich, damit deine Hecke auch nach dem Schneiden noch gut aussieht und ihren Zweck als dekoratives Element im Garten, als Sicht- oder auch Windschutz erfüllt.

Wann solltest du die Hecke schneiden?

Hecke schneiden mit der Heckenschere

Viele Gärtner sehen den Johannistag am 24. Juni als klassisches Datum, um die Hecke zu schneiden. Genau dieser Tag muss es zwar nicht sein, aber Mitte/Ende Juni ist der erste Austrieb der Hecke bereits abgeschlossen. Der zweite Austrieb folgt in Kürze. Daher ist der Frühsommer tatsächlich ein guter Zeitpunkt, um deine Hecke zu schneiden.

Andere Gärtner schwören darauf, dass zweimaliges Schneiden im Jahr für einen gleichmäßigeren und dichteren Wuchs sorgt. Willst du deine Hecke zweimal jährlich schneiden, musst du schon recht früh im Jahr beginnen: Dann greifst du das erste Mal bereits Mitte/Ende Februar zur Heckenschere.

Der frühe Schnitt hat einen Vorteil: Die Triebe der Pflanzen stehen im Februar noch nicht vollständig im Saft. Das ist der Grund dafür, warum viele Hecken den Rückschnitt so früh im Jahr sehr gut vertragen. Stutze die Pflanzen dann auf die gewünschte Höhe und Breite. Zum Sommeranfang, also Mitte/Ende Juni, solltest du noch einmal schneiden. Allerdings kann der Rückschnitt dann deutlich geringer ausfallen.

Der Schnitt im Februar hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber dem im Juni: Eine schon im Februar geschnittene Hecke braucht eine gewisse Zeit zur Regeneration und treibt häufig erst im Mai wieder aus. Bis zu diesem Zeitpunkt sieht deine Hecke also sehr gepflegt aus, ohne dass du nach dem Februar-Rückschnitt noch einmal etwas dafür tun musst.

Wann ist Heckenschneiden verboten?

Einige Vögel ruhen auf einer Hecke.
©iStock

Beim Heckenschnitt musst du Rücksicht auf die in der Hecke lebenden oder auch brütenden Tiere nehmen. In der Brut- und Nistphase solltest du die Hecke deshalb nicht schneiden.

Informiere dich unbedingt, ob es gesetzliche Vorgaben hierzu gibt. In einigen Ländern ist das Schneiden in bestimmten Zeiträumen verboten.

Ganz gleich, wann du zum Schnitt ansetzt: Prüfe immer, ob sich in der Hecke Vögel, deren Nester oder andere Tiere befinden, bevor du zur Heckenschere greifst.

Welche Hecken schneidet man nicht im Frühjahr?

Eine Hecke im Garten

Hecken aus Frühjahrsblühern wie Blutpflaumen oder Forsythien schneidest du erst, nachdem sie geblüht haben. Wenn du hier schon im Februar mit dem Schneiden beginnst, verringerst du die Blütenzahl.

Musst du ein zweites Mal schneiden, mache dies nicht später als Ende Juni. Sonst entwickeln die Pflanzen keine Blütenknospen mehr fürs kommende Jahr.

Hecken aus Nadelgehölz schneiden

Eine Thuja-Hecke im Garten
©iStock/freemixer

Hecken aus Nadelgehölzen vertragen einen Rückschnitt meist nicht besonders gut. Schneidest du die Hecke zu weit zurück, treibt sie aus den unbenadelten Zweigen oft nicht mehr aus. Bei Thuja, Scheinzypresse, Kiefern und Fichten solltest du daher nie weiter schneiden als bis dort, wo die Pflanze noch Blätter hat.

Die Höhe kannst du bei diesen Hecken deutlich unkomplizierter anpassen. Die frisch ausgetriebenen Seitenäste überwachsen die gekürzten Äste an der Oberkante recht bald. So wird die Hecke wieder schön dicht.

Schneide auch die Flanken nur so weit zurück wie der Nadelansatz reicht. Denn auch hier gilt: Äste ohne Nadelansatz treiben nicht mehr aus. Die einzige Ausnahme ist die Eibe: Sie entwickelt selbst aus dem Stamm heraus neue Triebe.

Eine alte Hecke verjüngen

Willst du eine ältere Hecke verjüngen, kannst du Kirschlorbeer, Feuerdorn, Liguster oder auch Berberitzen weit ins alte Holz zurückschneiden. Bei laubabwerfenden Sträuchern ist der beste Zeitpunkt dafür das sehr zeitige Frühjahr, bevor die Pflanzen die ersten Blätter austreiben.

Beim Verjüngen der Hecke schneidest du alle Hauptäste der Pflanze etwa 30 cm über dem Boden ab. Soll die Pflanze nach dem Rückschnitt wieder austreiben, achte darauf, dass die Hecke genug Licht und auch Wasser bekommt. Spätestens im Frühling stutzt du den Neuaustrieb noch einmal um etwa ein Drittel. So wird die Hecke wieder schön dicht.

Einstämmige Hecke verjüngen

Baumartige Hecken musst du nicht so radikal schneiden wie Heckensträucher. Verjüngen kannst du diese aber trotzdem. Heckenpflanzen wie Rotbuchen, Feldahorn oder Hainbuchen vertragen die Verjüngung meist sehr gut.

Im zeitigen Frühjahr kürzt du mit der Astschere oder Baumsäge an der Oberseite und lediglich an einer der Flanken alle Seitenäste stark ein. Lasse nur noch Stummel mit leichten Seitenverzweigungen stehen. Die andere Flanke der Hecke schneidest du erst im folgenden Jahr.

Die verbliebenen Stummel verfügen über sog. „schlafende Augen“. Aus diesen treibt die Hecke wieder kräftig aus. Bei einigen Pflanzen ist allerdings etwas Geduld nötig, denn sie zeigen erst im Sommer wieder frische Blätter.

Hecke in Form schneiden: So geht’s

Schneiden der Oberkante der Hecke

Die beste Form für Hecken ist das Trapezprofil. Die Basis der Hecke ist dabei breiter als die Krone. So entstehen schräge Seitenflächen, wodurch auch die Blätter im unteren Bereich der Hecke genügend Licht bekommen.

Auf keinen Fall sollte die Hecke unten schmaler sein als oben. Dann kommt kein Licht an die unteren Zweige und die Blätter und Äste verkahlen. Einige Pflanzen wie die Thuja oder die Scheinzypresse treiben aus verkahlten Ästen nie wieder aus. So entstehen sehr unschöne Stellen in der Hecke.

Hecke gerade schneiden

Gerade geschnittene Hecke im Garten

Die Oberlinie der Hecke sollte unbedingt gerade sein. Ist sie schief oder wellenförmig, wirkt die ganze Hecke unförmig.

Eine gerade Linie erhältst du recht einfach, wenn du dir beim Schneiden eine Richtschnur spannst. Dafür steckst du links und rechts der Hecke zwei Stäbe in die Erde, die höher sind als das Gewächs. Zwischen den Stäben spannst du eine Schnur. An dieser orientierst du dich dann beim Schneiden der Hecke.

Schneidest du lieber ohne Hilfsschnur, halte die Heckenschere exakt waagerecht fest in beiden Händen und schwinge aus dem Rücken heraus gleichmäßig nach links und rechts. Wusstest du, dass hier die UniversalHedgePole 18 der perfekte Begleiter sein kann? Sie schneidet auch hohe Hecken sehr bequem und genau. Das erspart Dir die Leiter und schont auch den Arm- und Rückenbereich beim Arbeiten an hohen Hecken und über Kopf.

Die Flanken der Hecke schneidest du ähnlich: Halte die Heckenschere mit möglichst gestreckten Armen an die Hecke und schwinge das Gerät aus den Schultern heraus gleichmäßig auf und ab.

Löcher in der Hecke schließen

Löcher in der Hecke sind ärgerlich. Mit den richtigen Tipps kannst du sie allerdings unkompliziert ausbessern.

Vor allem kleinere Lücken in Laubgehölzhecken wie Buchsbaum, Hainbuche oder Liguster schließen sich schnell von allein, wenn die Pflanze genug Licht erreicht. Das gilt auch für Nadelgehölze wie Thuja oder Scheinzypresse. Entferne deshalb ggf. Äste von Bäumen in der näheren Umgebung, wenn diese zu viel Schatten auf die Hecke werfen.

Willst du beim Schließen der Löcher in der Hecke nachhelfen, kannst du Triebe umleiten. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn die Löcher in der Hecke sehr groß sind.

Beim Umleiten befestigst du einige Triebe der Hecke an dünnen Bambusstäben. Die Spitzen der Triebe kürzt du ein. Die Bambusstäbe legst du dann waagerecht oder auch diagonal über das Loch in der Hecke. So wächst das Loch schnell wieder zu.

Eine Hecke entfernen: So geht‘s

Teile mit trockenem Totholz in einer Thuja-Hecke
©iStock/Carmen Hauser

Hast du dich an deiner Hecke sattgesehen oder andere Pläne für deinen Garten entwickelt, musst du die Hecke entfernen. Mit den richtigen Tipps und gutem Werkzeug ist das möglich. Wir verraten dir, wie du am besten vorgehst und worauf du achten musst.

Wann darf man Hecken entfernen?

Auch beim Entfernen einer Hecke musst du prüfen, ob es gesetzliche Vorgaben dazu gibt. In einigen Ländern darfst du Hecken nur in bestimmten Zeiträumen im Jahr entfernen. So werden in der Hecke lebende und nistende Tiere geschützt.  

Bevor du deine Hecke herausreißt, erkundige dich außerdem bei dir im Ort ob du das Gewächs entfernen darfst. An manchen Orten gibt es auch hierzu rechtliche Vorgaben, die du beachten musst.

Hecke entfernen: Äste schneiden

Eine Frau beim Schneiden der Hecke

Schneide als Erstes alle Äste der Hecke ab. Das geht besonders einfach mit einer Kettensäge fürs Grobe und der Astschere EasyPrune für die kleineren Schnitte. Auch ein Hochentaster leistet dir hier gute Dienste. Mit ihm kommst du weit an den Astansatz, ohne in die Zweige greifen zu müssen.

Am besten fängst du unten oder in der Mitte der Hecke an. Schneide dann Ast für Ast ab. Die Äste oberhalb von etwa 1,5 m kannst du stehenlassen.

Ist die Hecke bis zu einer Höhe von ca. 1,5 m kahl, schneidest du die obere Hälfte mit der Baumsäge oder Astschere ab. Lasse unbedingt mindestens 1,5 m Stamm stehen. Du brauchst diese Länge, um später den Wurzelballen heraushebeln zu können.

Schaffe dir dann erst einmal Platz im Garten, indem du die abgesägten Äste zerkleinerst. Mit einem Häcksler ist das im Nu erledigt, sodass du dann den nächsten Schritt angehen kannst.

Hecke entfernen: Wurzeln ausgraben

Entfernen einer Hecke
©MSG/Folkert Siemens

Bei flachwurzelnden Pflanzen wie Fichten- oder Thujahecken kannst du die Wurzeln recht einfach entfernen. Das Holz ist außerdem weich, was die Arbeit erleichtert.

Andere Hecken wie die Scheinzypresse, die Rotbuche oder Hainbuche wurzeln tiefer. Hier wird das Entwurzeln etwas aufwendiger. Tiefwurzler wie Kirschlorbeer sind am schwierigsten zu entfernen.

So gehst du vor:

  1. Kappen
    Grabe mit einem scharfen Spaten rund um den Stamm die Erde ab. So legst du die oberen Wurzeln frei. Dünnere Wurzeln kappst du mit dem Spaten. Die dickeren durchtrennst du mit einer scharfen Axt.
  2. Lockern
    Sind die ersten drei bis vier Hauptwurzeln durchtrennt, drückst du den Stamm kräftig in alle Richtungen und prüfst, ob er sich bewegen lässt. Klappt dies nicht, kappst du weitere Wurzeln, bis sich der Stamm lockert.
  3. Lösen
    Löst sich der Wurzelballen, ziehst du ihn am Stamm aus dem Loch, entfernst die daran festhängende Erde und entsorgst die Pflanze.

Für Härtefälle: Seilwinde oder Flaschenzug

Löst sich der Wurzelballen nicht, obwohl du schon sehr tief gegraben und mit Axt und Spaten zahlreiche Wurzeln gekappt hast, hilft eine Seilwinde oder ein Flaschenzug. Sofern ein kräftiger, sicher verwurzelter Baum in der Nähe der zu entfernenden Hecke steht, kannst du dir mit einer der beiden Lösungen die Arbeit sehr erleichtern.

Befestige hierfür die Seilwinde oder den Flaschenzug mit einem breiten Gurt möglichst weit unten am Baumstamm. Polstere den Gurt, damit du die Baumrinde nicht verletzt. Das andere Ende des Zugseils befestigst du am oberen Ende des Stamms deiner Heckenpflanze.

Mit Seilwinde oder Flaschenzug kannst du deutlich mehr Kraft auf die Heckenpflanze ausüben, sodass sie früher oder später nachgibt und du den Stamm samt Wurzelballen entfernen kannst.