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Kakteen – Exoten für die Wohnung und den Garten

Wenn du die Vielfalt einer Kakteensammlung betonen möchtest, setze auf möglichst einheitliche Blumentöpfe, wie hier aus Terracotta. Zudem ist Ton atmungsaktiv und du kannst deinen Kaktus dank des porösen Materials nicht so leicht übergießen.
Wenn du die Vielfalt einer Kakteensammlung betonen möchtest, setze auf möglichst einheitliche Blumentöpfe, wie hier aus Terracotta. Zudem ist Ton atmungsaktiv und du kannst deinen Kaktus dank des porösen Materials nicht so leicht übergießen.

Die Familie der Kakteengewächse ist groß, es gibt um die 1700 verschiedene Arten, die überwiegend auf dem amerikanischen Kontinent heimisch sind. So groß wie der Artenreichtum, so vielfältig ist auch ihr Aussehen: Neben Zwergformen mit wenigen Zentimetern Durchmesser sind bis zu 15 Meter hohe Riesenkakteen zu finden und eine Fülle attraktiver Wuchsformen. Manche wachsen säulen-, zylinder- oder kugelförmig, andere besitzen eine scheibenförmige Gestalt. Bei manchen ist der Stamm gerippt, bei anderen gegliedert oder warzig. Stacheln haben Kakteen übrigens nicht, was wir umgangssprachlich so bezeichnen, heißt tatsächlich Dornen. Es gibt aber auch Kakteen mit Borsten oder Haaren.

Neben sogenannten Blattkakteen, wie dem Weihnachts- oder dem Sägeblattkaktus, sind Bauern- und Kandelaberkakteen, Pachypodien wie die Madagaskarpalme, Lebende Steine und viele andere interessante Arten für die Kultivierung im Haus geeignet. Bei all der Vielfalt haben Kakteen aber eines gemeinsam: Sie können Wasser speichern und zählen deshalb, bis auf wenige Ausnahmen, zu den sukkulenten Pflanzen.

Verschiedene Kakteen und Sukkulenten wie Mammillaria elongate, Echeveria agavoides, Echinocactus, Kanarische Wolfsmilch und Senecio kleinia.
Verschiedene Kakteen und Sukkulenten wie Mammillaria elongate, Echeveria agavoides, Echinocactus, Kanarische Wolfsmilch und Senecio kleinia.

Standort und Pflege

Die verschiedenen Kakteenarten, die bei uns als Zimmerpflanzen gedeihen, haben zum Teil etwas unterschiedliche Ansprüche. Im Grunde kann man bei der Pflege nicht viel falsch machen, wenn du die Pflanzen so hell und sonnig wie möglich stellst. Fenster in Ost-, West- oder Südrichtung sind optimal. Aber Achtung: Pralle Sommersonne bei einem Platz direkt an der Fensterscheibe ist nicht das Richtige. Das halten die wenigsten Kakteen lange aus, denn sie bekommen tatsächlich Sonnenbrand. Dann lieber ein Platz im Regal in Fensternähe: 10 coole DIY-Ideen, wo dein Kaktus einen stylischen Platz findet. Aus Baumstämmen kannst du auch schöne Pflanzenständer oder sogar Blumentöpfe für deine Kakteen bauen.

In einer großen flachen Schale mit Abflussloch und Drainage kannst du eine Miniaturlandschaft aus verschiedenen Kakteen, Steinen und Kieseln anlegen.
In einer großen flachen Schale mit Abflussloch und Drainage kannst du eine Miniaturlandschaft aus verschiedenen Kakteen, Steinen und Kieseln anlegen.

An den Naturstandorten von Kakteen ist es häufig sehr trocken, ideal also für Wohnzimmer und Büro. Im Bad oder anderen feuchten Räumen werden sich die Sukkulenten eher weniger wohlfühlen. Was Kakteen gar nicht vertragen ist Nässe. Im Topf sollten also unbedingt Abzugslöcher sein, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Stehen die Zimmerpflanzen in dekorativen Übertöpfen, siehst du meist gar nicht, ob sich Wasser angesammelt hat. Eine regelmäßige Kontrolle ist deshalb wichtig. Ist Wasser im Übertopf, schütte es weg, damit keine Staunässe entsteht. Ansonsten faulen die Wurzeln und die Pflanze stirbt schließlich ab.

Ganz wichtig bei Kakteen: Zu wenig gießen ist besser als zu viel. Kakteen brauchen nicht viel Wasser, als Sukkulente können sie Wasser speichern und ruhig auch eine Zeitlang trocken stehen. Vor allem im Winter ist Gießen in den meisten Fällen tabu.

Der Lebensrhythmus von Kakteen in 3 Phasen

Beachte die Wachstums- sowie Trocken- und Ruhezeit deiner Kakteen. Hier erklären wir dir, wann und worauf es ankommt:

Mitte März bis September

Die Winterruhe der meisten Kakteen ist Anfang März vorbei. Jetzt kannst du sie wieder wärmer stellen und mit Wasser versorgen. Um einen Schock zu vermeiden, wird die Temperatur nach und nach erhöht, damit sich die Pflanzen langsam an die neue Umgebung gewöhnen können. Zwischen März und September werden Kakteen regelmäßig gegossen, allerdings erst, wenn Erde trocken ist. Du solltest dann durchdringend gießen, damit der Wurzelballen sich mit Wasser vollsaugen kann, danach überschüssiges Wasser abschütten. Alternativ wird der Wurzelballen in ein Gefäß mit Wasser gestellt. Solange der Wurzelballen das Wasser aufsaugt, bilden sich kleine Luftblasen. Sind keine mehr zu sehen, kannst du den Kaktus aus dem Wasser nehmen und den Topf zurücksetzen. Fein zerstäubtes Wasser, das du ab und zu über deinen Kaktus sprühst, tut ihm gut und befreit von Staubablagerungen.

Dass Kakteen mit wenig Wasser auskommen, ist bekannt. Weniger aber, dass sie phasenweise durchdringend gegossen werden wollen und dann wieder wochenlang gar nicht.
Dass Kakteen mit wenig Wasser auskommen, ist bekannt. Weniger aber, dass sie phasenweise durchdringend gegossen werden wollen und dann wieder wochenlang gar nicht.

In der Hauptwachstumszeit zwischen April und August lohnt es sich, wenn du deine Kakteen etwa einmal im Monat mit Nährstoffen versorgst. Mit einem normalen Zimmerpflanzendünger sind sie aber nicht richtig versorgt. Da Kakteen nur langsam wachsen, brauchen sie viel weniger Stickstoff als andere Pflanzen. Spezielle Kakteendünger sind auf die Bedürfnisse der Pflanzen ausgerichtet.

Viele Kakteen, z.B. der Goldkugelkaktus, den man auch unter dem Namen „Schwiegermutterstuhl“ kennt, die immer Zimmer kultiviert werden, können den Sommer über im Freien verbringen. Mitte Mai nach den Eisheiligen, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind, kannst du sie nach draußen bringen. Zunächst ist ein schattiger Platz richtig, zu heiß sollte es nicht sein. Hat sich dein Kaktus an die Situation im Freien gewöhnt, kannst du den Topf hell und sonnig, aber geschützt vor Regengüssen und Wind aufstellen.

Hast du deine Kakteen über den Sommer im Garten oder auf dem Balkon, wird es je nach Region zwischen September und Oktober Zeit, sie ins Haus zu holen. Weniger als 5°C sollten sie nicht abbekommen.
Hast du deine Kakteen über den Sommer im Garten oder auf dem Balkon, wird es je nach Region zwischen September und Oktober Zeit, sie ins Haus zu holen. Weniger als 5°C sollten sie nicht abbekommen.

Von September bis Oktober

Im September ist es Zeit für einen schönen Platz im Haus. Ab dem Spätsommer reduzierst du die Wassergaben langsam, so können sich deine Kakteen auf die Winterruhe einstellen.

Im Winter halten Kakteen Ruhe. Sie stehen am besten hell aber kühl. Ein Kastenfenster, wie hier im Bild, aber auch ein helles Treppenhaus sind perfekt.
Im Winter halten Kakteen Ruhe. Sie stehen am besten hell aber kühl. Ein Kastenfenster, wie hier im Bild, aber auch ein helles Treppenhaus sind perfekt.

Von November bis Mitte März

In der kalten Jahreszeit legen viele Kakteen eine Winter- und Wachstumsruhe ein. Manche Arten, wie der Weihnachtskaktus, brauchen ab August/September schon eine Ruhepause, die meisten anderen benötigen ab Oktober/November 3-4 Monate Ruhe. Für eine gute Weiterentwicklung im nächsten Jahr sollten die Temperaturen während der Ruhepause zwischen 10-15 Grad Celsius liegen. Eine Düngung ist nicht nötig. Wenn der Wurzelballen ausgetrocknet ist, stellst du deine Kakteen an einen kühlen Platz. Bei niedrigeren Temperaturen sinken auch die Ansprüche an Licht. Ein Treppenhaus oder das Kellerfenster reichen als Standort bei etwa 10 Grad Celsius jetzt völlig aus.

Schlangenkakteen und einige andere Arten vertragen ganzjährig warme Plätze. Solltest du keine kühle Überwinterungsmöglichkeit haben, sind solche Pflanzen genau richtig für dein Zuhause. Erkundige dich am besten im Fachhandel.

Umtopfen und die richtige Erde

Der optimale Zeitpunkt zum Umtopfen ist Anfang März bis Mitte Mai. Kakteen topft man gewöhnlich alle zwei bis fünf Jahre um, beziehungsweise wenn der Topf zu klein geworden ist. Allerhöchste Zeit ist geboten, wenn die Wurzeln bereits aus den Abzugslöchern wachsen. Sehr viel größer muss der Topf gar nicht sein, in den ein Kaktus umgetopft wird. 1-2 Zentimeter mehr an Umfang reichen meistens völlig aus. Viele Pflanzen gießt man vor dem Umtopfen durchdringend, danach bekommen sie ebenfalls eine kräftige Wassergabe. Bei Kakteen ist das anders. Sie kommen erst dann in einen neuen Topf, wenn die Erde trocken ist. Anschließend lässt man sie eine Woche ruhen und gießt dann. Nur so können sich die Wurzeln an die neue Erde gewöhnen. Andernfalls würden sie faulen.

Ganz einfach ist das Umtopfen bei sehr dornigen Gesellen nicht. Neben speziellen Handschuhen und Kakteenzangen, leisten zwei Styroporplatten aber gute Dienste, die so groß wie der Kaktus zugeschnitten werden und als Puffer zwischen Händen und Dornen gedacht sind.

Kakteenerde gibt es fertig zu kaufen, du kannst sie aber auch mischen aus 50% Blumenerde, 20% Sand und 30% Blähton. Auch Kokosfasern tun dem Substratgemisch gut.
Kakteenerde gibt es fertig zu kaufen, du kannst sie aber auch mischen aus 50% Blumenerde, 20% Sand und 30% Blähton. Auch Kokosfasern tun dem Substratgemisch gut.

Wie bringe ich meinten Kaktus zum Blühen?

Kakteen sind robust und pflegeleicht, keine Frage. Aber nur wenige kommen ohne deine Aufmerksamkeit zum Blühen. Am wichtigsten ist die Ruhephase, in der die Pflanzen Blüten anlegen. Wird während dieser Zeit gegossen, stehen die Kakteen zu warm oder werden sie gedüngt, bleiben Blüten aus. Wenn du alles richtig gemacht hast und sich dennoch keine Blüten bilden, kann das am Alter oder der Größe liegen. Manche Kakteen blühen nach zwei Jahren, andere erst ab zehn Jahren, wieder andere müssen erstmal ein wenig wachsen, bis sich Blüten einstellen. Dann ist ein wenig Geduld gefragt.

Weil Kakteen nicht so leicht zum Blühen zu bringen sind oder es je nach Art auch 2 bis 10 Jahre dauert, werden im Handel manchmal bunte Strohblumen aufgeklebt – ein guter Kompromiss, wenn es nicht von selbst klappt.
Weil Kakteen nicht so leicht zum Blühen zu bringen sind oder es je nach Art auch 2 bis 10 Jahre dauert, werden im Handel manchmal bunte Strohblumen aufgeklebt – ein guter Kompromiss, wenn es nicht von selbst klappt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: Damit der Weihnachtskaktus im November erste Blüten entwickelt, kommt er bereits Anfang September ins Ruhequartier. Ab November wird er wieder gegossen und kann hell und warm stehen.

Schlumbergera, besser bekannt als Weihnachtskaktus, blüht nur, wenn er im Spätsommer Ruhe halten durfte und während der Vegetationsphase gedüngt wird.
Schlumbergera, besser bekannt als Weihnachtskaktus, blüht nur, wenn er im Spätsommer Ruhe halten durfte und während der Vegetationsphase gedüngt wird.

Kakteen für den Garten

Kakteen wachsen nicht nur im Zimmer, es gibt auch Arten, wie die winterharten Opuntien, auch Feigen- oder Ohrenkakteen genannt, und Cylindropuntia-Arten, die du an einem passenden Platz im Freiland kultivieren kannst. Denn die natürlichen Standorte sind nicht nur Wüsten und Steppen, Kakteen kommen auch in Höhenlagen vor und sind daher teilweise auch für Minusgrade in unseren Regionen geeignet. Sie finden in Töpfen einen Platz auf Balkon, Terrasse oder im Garten, können einzeln im Steingarten platziert werden oder in einem richtigen Kakteenbeet mit verschiedenen Arten wachsen.

Besonders in Kombination geben die vielfältigen bizarren Formen der verschiedenen Arten ein spannendes Bild ab. Hier zum Beispiel Weißer Mauerpfeffer, Hauswurz, Sternwurz, Geldbaum und Feigenkaktus in Tontöpfen.
Besonders in Kombination geben die vielfältigen bizarren Formen der verschiedenen Arten ein spannendes Bild ab. Hier zum Beispiel Weißer Mauerpfeffer, Hauswurz, Sternwurz, Geldbaum und Feigenkaktus in Tontöpfen.

Die Exoten fühlen sich an einem Platz mit viel Licht und mehreren Sonnenstunden täglich wohl. Wo andere Pflanzen vielleicht nicht so gut gedeihen, weil es zu trocken und zu warm ist, da kommen Kakteen bestens zurecht. Gut ist außerdem en windgeschützter Platz und ein guter Wasserabzug, Staunässe geht weder in Töpfen noch im Freiland. Als oberste Erdschicht wird zwischen den gepflanzten Kakteen eine etwa 3-5 Zentimeter hohe Schicht aus Lava, Kies oder Granitgrus aufgebracht. Das mineralische Material erwärmt sich schnell und ermöglicht eine gute Durchlüftung.

Ein Schutz aus Reisig bringt deine Kakteen gut durch den Winter, auch ein temporäres Dach gegen allzu viel Nässe, tut den Exoten gut. Du kannst ihnen auch ein Mini-Gewächshaus bauen oder eine Pflanzenabdeckung in Form eines Tipis.

Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.