„Die Natur ist immer da“: Ein Interview mit Outdoor-Fitnesstrainer Julian

Ein Mann macht eine Liegestütz auf einem Balance-Board aus Holz.
Outdoor-Coach Julian trainiert am liebsten in der Natur. Dabei hat er auch unser DIY-Balance Board im Einsatz.

Weg vom Computer, einen Ausgleich schaffen. Etwas anpacken, den Schweiß riechen. Sich konzentrieren, die Motorik schärfen. Ein Ziel erreichen, stolz sein. Heimwerken und Sport haben zahlreiche Gemeinsamkeiten, wahrscheinlich sogar viel mehr als du dachtest. Gerade jetzt im Frühling lässt sich auch beides wieder wunderbar draußen im Freien betreiben: Aktivitäten und Bewegungen jeder Art an der frischen Luft wirken sich besonders positiv auf Gesundheit und Stresslinderung aus.
Auch Fitnesstrainer Julian Haspel bietet seine Gruppenworkouts ausnahmslos Mitten in der Natur an. Bis zu 3 Mal in der Woche motiviert er die Teilnehmer beim Intervalltraining zu Kniebeugen, Liegestütz und vielen vielen Treppenläufen. Wir haben mit ihm über Sport im Freien, Tipps für einen aktiven Lebensstil und die Parallelen zum Heimwerken gesprochen.

„Jede Bewegung ist besser als keine.“

Ein Mann steht auf einer Wiese und macht eine Dehnübung.
Mit gutem Beispiel voran: Julian ist natürlich nicht nur Coach, sondern trainiert auch für sich mehrmals die Woche.

Julian, wie oft machst du Sport in der Woche?

Ich trainiere wöchentlich etwa 4 bis 6 Mal, in unterschiedlicher Intensität. Das können 30 Minuten hoch intensives Intervalltraining oder auch mal 60 Minuten aktive Regeneration mit einer moderaten Konditionseinheit sein.

 

Und für Normalos: Wieviel Sport sollte man in der Woche treiben, um fit und gesund zu bleiben?

Grundsätzlich ist jede Art von Bewegung besser als gar keine. Das kommt aber immer ein wenig auf die Ausgangslage an: Im Schnitt empfehle ich, mindestens an 3 Tagen in der Woche zu trainieren.
Wichtig ist dabei auch die Mischung aus Erholungs- und Trainingsphasen.

 

Was bedeutet für dich ein „aktiver Lebensstil“?

Im besten Fall integriert man Bewegung in seinen Alltag – damit kann schon viel erreicht werden. Zum Beispiel die Treppe anstelle des Aufzugs zu nehmen. Oder lieber mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren.

„Raus aus der Stadt“

Ein Mann blickt auf eine Gruppe Sportler.
Bei Julians Trainingspogramm kann jeder mitmachen. So will er noch mehr vom Sport in der Natur überzeugen.

Als Fitnesscoach bietest du deine Trainings immer draußen an. Warum bevorzugst du Einheiten an der frischen Luft?

Training an der frischen Luft heißt für mich, den Kopf freizubekommen. Ich genieße dabei besonders die Ruhe und kann mich zu 100% auf mein Training konzentrieren. Außerdem ist man nicht an Öffnungszeiten von Hallen oder Studios gebunden – die Natur ist immer da!

 

Was bedeutet „Natur“ für dich?

Natur heißt für mich: raus aus der Stadt, weg von Einkaufsstraßen und Menschenmassen.

 

Sich viel draußen zu bewegen, soll allgemein sehr gesund sein. Welchen Effekt siehst du dabei am positivsten?

Die frische Luft wirkt stresslindernd und stärkt unser Immunsystem. Gerade wer einen stressigen Büroalltag hat und nur noch zwischen Couch und im Stau stehen pendelt, schlägt beim Outdoor-Training zwei Fliegen mit einer Klappe: Man ist an der frischen Luft und holt beim Sport nochmal das bestmögliche aus seinem Körper heraus.

 

Bist du auch abseits des Sports viel vor der Tür? Was schätzt du am „draußen“ sein?

In meinem Alltag versuche ich, so viel Zeit wie möglich an der frischen Luft zu verbringen. Aber auch als Outdoor-Fitness-Coach verbringe ich viel Zeit am Schreibtisch: schreibe Trainingspläne, plane Workouts usw. Da wirkt dann auch ein kurzer Spaziergang schon Wunder, fördert die Kreativität und man bekommt den Kopf frei.

“Auch Heimwerken ist schweißtreibend.”

Ein Mann steht in der Naur auf einem Balance Board aus Holz.
DIY+Sport: Auch mit selbstgebauten Fitnessgeräten lässt sich perfekt trainieren.

Auch beim Heimwerken bzw. DIY geht es oft um natürliche Materialen wie Holz. Hast du Erfahrung beim Heimwerken?

Ja, würde ich schon sagen. Ich bin vielleicht nicht jedes Wochenende am werkeln – das lässt meine Zeit leider nicht zu – aber kleinere Reparaturen und DIY-Projekte für Zuhause bekomme ich ganz gut hin. Demnächst widme ich mich bestimmt auch mal etwas Größerem – eure Hantelbank zum Selberbauen hat mich auf jeden Fall inspiriert.

 

Siehst du Parallelen oder Verbindungen zwischen Heimwerken und Fitnesstraining?

Sowohl beim Heimwerken als auch beim Training geht es um Konzentrationsfähigkeit, Motorik, Perfektion und Kreativität. Vor allem beim Fitnesstraining im Freien suche ich ständig nach neuen Möglichkeiten für ein spannende Übung. Die Natur bietet da so viele schöne Möglichkeiten.
Darüber hinaus kann beides schweißtreibend und kalorienverbrennend sein. Wenn ich mir vorstelle, wie anstrengend der Bau eines Baumhauses oder einer Kommode sein muss…

Tipp
DIY und Sport
Rasenmähen oder normales Rad fahren: Beide Outdoor-Aktivitäten verbrennen in deinem Körper etwa ähnlich viel Kalorien. Vergleichbar verhält es sich bei der Betrachtung von Gartenarbeit und Gymnastik. Doch die Parallelen zwischen DIY und Sport finden vor allem in deinem Kopf statt: Beides macht glücklich, lindert Stress und kann ein perfekter Ausgleich zum Büroalltag sein – ein Hobby, bei dem wir die eigenen Stärken trainieren. Das fördert zum einen Kreativität, Enthusiasmus oder Neugier und sorgt zum anderen für Momente voller Stolz und Anerkennung. Dabei geht es oft gar nicht darum, den perfekten Stuhl zu bauen oder eine neue Bestzeit zu laufen. Sondern darum, Dinge ganz bewusst zu beeinflussen. Diese „Selbstwirksamkeit“ kann sehr entscheidend für das psychische Wohlbefinden sein.


Hast du dir schon einmal Fitnessgeräte selbst gebaut?
Tatsächlich plane ich aktuell eine Art Kurzhantel aus Holz und Backsteinen für mein Outdoor-Training. Ein paar Gedanken zur Umsetzung muss ich mir aber noch machen.
 
Tipp
DIY-Fitnessgeräte
In unseren Step-by-Step Anleitungen zeigen wir euch, wie ihr Fitnessgeräte ganz einfach selber bauen könnt: Mit dem DIY-Balance Board trainiert ihr Rumpf und Gleichgewicht. Eure Spungkraft steigert ihr perfekt mit unserer DIY-Plyo Box. Und die Hantelbank aus Holz kannst du auch als Couchtisch benutzen

3 Tipps für mehr Sport im Alltag

Eine Gruppe Sportler steht in einer Reihe auf einer Wiese.
Wem es schwer fällt, sich für eine Sporteinheit zu motvieren, sucht sich am besten eine Trainingsgruppe.

Von der Couch vor die Tür: Was sind deine 3 einfachen Tipps, um mehr Sport im Freien in seinen Alltag zu integrieren?

Oft sind es schon kleine Veränderungen, mit denen sich der Alltag aktiver gestalten lässt:

  1. Fahre mehr Fahrrad oder eBike: Die Straßen in vielen Innenstädten sind meistens schon genug verstopft. Mit dem Rad sparst du Nerven, kommst oft schneller voran und tust noch etwas für deine Fitness.
  2. Suche dir eine Workout-Gruppe oder einen Trainingspartner: Gerade bei schlechtem Wetter überwindet man sich so eher vor die Tür zu gehen und motiviert sich gegenseitig sein Training durchzuziehen.
  3. Nimm öfter die Treppe: Das bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern verbrennt auch mehr Kalorien. Lass also öfter mal Aufzug und Rolltreppe links liegen und nimm die Treppe. Auch bei wenigen Stufen macht das in Summe – über den Tag verteilt – einen erheblichen Unterschied.