Pflanzen für den Schattengarten

Pflanzen für den Schattengarten
Verwunschene Gartenecken, große Farne, prächtige Blütenstauden unter dem Blätterdach von Gehölzen – einem Schattengarten, wohnt eine geheimnisvolle Atmosphäre inne. Im Sommer sind die Ruhe und Kühle darin besonders wohltuend und das Licht bricht in Strahlen durch das Laub. Schattige Gartenplätze mit efeubewachsenen Bäumen, Rhododendren und wunderschönen Blattschmuckstauden haben aber das ganze Jahr über etwas zu bieten.
Gartenstandort Schatten
Schattenplätze werden mit zunehmender Hitze immer beliebter. Das lichte Blätterdach hoher Bäume und Sträucher erzeugt eine waldähnliche Gartensituation und lässt die Temperaturen sinken. Durch den Klimawandel werden Schattengärten und ihre kühlende Funktion immer relevanter.
Je nachdem woher der Schatten kommt, geht damit mal Trockenheit, mal Feuchtigkeit einher – das macht den Standort nicht so einfach. Flach wurzelnde Gehölze wie Haselnuss, Fichte und Spitz-Ahorn entziehen dem Boden viel Wasser. Darunter wachsende Pflanzen sollten auf jeden Fall mit Trockenheit und diffusem Licht zurechtkommen. Eine ähnliche Situation entsteht an der Nordseite von Gebäuden und an nordseitigen Mauern, die im Regenschatten liegen. Auch hier ist Trockenheit vorprogrammiert. Daneben gibt es z.B. auf lehmigen Böden auch feuchtere Standorte. Ein Schattendasein muss der Schattengarten deshalb längst nicht führen: Es gibt es auch für diese besonderen Gartensituationen viele attraktive Bepflanzungsmöglichkeiten.

Facettenreiches Grün und filigrane Strukturen
Schattige und halbschattige Beete und Gärten sind die Bühne für dekorativen Blattschmuckstauden, die mit ihren verschiedenen Grüntönen oder farbenfrohem Blattwerk und attraktiven Blattstrukturen Ruhe und Harmonie ausstrahlen.
Zu den Überlebenskünstlern zählen Funkien (Hosta). Sie bevorzugen einen nicht ganz trockenen, humosen Boden und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Stauden geben aber selbst auf trockeneren Standorten unter Bäumen nicht auf. Unter den vielen dekorativen Arten und Sorten kannst du zwischen bläulichen, grünen und weißgelb bunten Blättern in unterschiedlichen Größen auswählen.

Für Blickpunkte in schattigen Beeten sorgen die Schaublätter mit ihrem spektakulären großen Blattschmuck. Das Kastanienblättrige Schaublatt (Rodgersia aesculifolia) trägt seinen Namen dabei zurecht, die großen Blätter ähneln denen von Kastanien. Die Blütenrispen von Juni bis Juli sind nicht minder attraktiv und bilden einen spannungsvollen Kontrast zum Laub. Die Blätter des Fiederblättrigen Schaublatts (Rodgersia pinnata) der Sorte Chocolate Wings warten mit einem schokoladigen Farbton und rötlichen Blüten auf. Noch größere, schildförmige Blätter hat das Tafelblatt (Astilboides tabularis). Die Blattschmuckstauden sind auf etwas Feuchtigkeit im Boden angewiesen. Direkt unter Bäumen werden sie deshalb nur spärlich wachsen, am Gehölzrand und auf humosen Böden fühlen sie sich hingegen sehr wohl und harmonieren besonders schön mit Farnen und Elfenblumen.
Was den Standort angeht, sind Bergenien (Bergenia) dagegen wirkliche Allrounder. Ob im halbschattigen Bereich von Häusern und Mauern, unter Gehölzen, am Rand von Staudenrabatten oder in der Nähe von Teichen, die Stauden mit den wachsartigen, mitunter rötlich überhauchten Blättern sind unverwüstlich. Apart sind auch ihre Blüten: Baby Doll blüht im April und Mai zartrosa, Schneekönigin wartet mit weißen Blüten auf. Breitflächig gesetzt und mit Frauenmantel oder Gräsern kombiniert, geben sie ein hübsches Bild ab.
Blühendes für den Schatten
Viele Blattschmuckstauden für den Schattengarten und schattige Beete setzen auch mit ihren Blüten Akzente; manche, wie die Funkien mit ihren filigranen Blütenständen, sehr zurückhaltend, andere, wie das Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) produzieren über den dekorativen herzförmigen Blättern ein Meer aus blauen Blütchen.
Wie praktisch, dass eine Vielzahl an Blütenstauden auch im Halbschatten und Schatten gedeihen und Farbe ins Spiel bringen. Im Frühjahr sind es vor allem Zwiebelblüher, die ursprünglich in lichten Wäldern und am Waldrand vorkommen und die Zeit für ihre Blüte nutzen, wenn das Blätterdach noch nicht so dicht ist. Sie sind für den Schattengarten eine echte Bereicherung. Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), Alpenveilchen (Cyclamen), Hundszahn (Erythronium) und Blaustern (Scilla) blühen zwischen Februar und Juni und bieten eine breite Farbpalette. Auch Buschwindröschen (Anemone nemorosa) und Leberblümchen (Hepatica nobilis) nutzen im Frühjahr die Gunst der Stunde.

Unter flach wurzelnden Gehölzen und an anderen sehr trockenen Stellen kannst du mithilfe von Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum), Elfenblume (Epimedium) und der Wald-Aster (Aster divaricatus), mit ihrer überbordenden Blütenpracht, für kleine Farbspektakel sorgen.
An nicht zu trockenen schattigen Plätzen wirst du mit der Großen Sterndolde (Astrantia major) deine Freude haben, die großblättrigen Blattschmuckstauden gut harmoniert. Ist der Boden noch etwas feuchter, ergibt sich mit spektakulär blühenden Astilben in Kombination mit dem mächtigen Mammutblatt (Gunnera manicata) ein wunderschönes Bild. Dazu passt Mädesüß (Filipendula), dessen weißes Blütenmeer von Juni bis August über den Blättern zu schweben scheinen.
Farne und Gräser
Zum Schattengarten gehören Farne einfach dazu. Die urzeitlichen Pflanzen stehen für das Geheimnisvolle und verleihen Gärten und Beeten einen waldigen Charakter. Die meisten Farne haben feuchtere Standorte lieber, einige Arten, wie der Pfauenradfarn (Adiantum pedatum) sind auch an trockenen Stellen gut aufgehoben. Bei zu großer Trockenheit zieht er zwar ein, kommt im nächsten Frühjahr aber wieder. Die Hirschzunge (Phyllitis scolopendrium) eignet sich für feuchte schattige Ecken und gedeiht auch noch im tiefen Schatten. Er ist wie der Königsfarn (Osmunda regalis) bei uns heimisch. Dieser entwickelt sich zu üppigen Horsten, wenn der Boden etwas feucht und kalkarm ist. Etwas zurückhaltender ist er auf trockenen Stellen, aber auch dort durchaus schön anzusehen.

Ziergräser bringen Leichtigkeit ins Spiel und füllen Lücken. Im Schattenbereich sind die Seggen (Carex) wundervolle Begleiter und optische Gegengewichte zu großblättrigen Stauden. Als heimisches Waldgras macht die Schnee-Marbel (Luzula nivea) schattige und halbschattige Beete mit ihren weißen Blütenpuscheln zu Blickpunkten. Sie wächst sowohl auf trockenen als auch auf feuchten Standorten und passt perfekt zu Funkien, Christrosen (Helleborus) und Lungenkraut (Pulmonaria). Mit der AdvancedShear von Bosch kannst du die Gräser schnell und bequem zurückschneiden.
Gehölze für den Schatten
Möchtest du einen schattigen Standort im Garten gestalten, sind Gehölze die ersten Pflanzen, die einen Platz bekommen. Sie bringen Struktur in die Bepflanzung, eröffnen die dritte Dimension und sie können als Stütze für schattenliebende Kletterpflanzen, wie Clematis, Jungfernrebe (Parthenocissus quinquefolia) und dem unverwüstlichen Efeu dienen.

Neben Hartriegel-Gewächsen (Cornus), Magnolien, Ahorngehölzen, Eiben (Taxus) und vielen anderen Bäumen zählen Rhododendren und Azaleen (Rhododendron) zu den typischen Schattengehölzen. Sie fühlen sich vor allem im lichten Schatten wohl, und benötigen einen niedrigen Boden pH-Wert.
Schattengarten für die Natur
Ein Schattengarten ist nicht nur für dich und deine Familie eine Ruheoase, schattige Ecken und eine naturnahe Gestaltung sind auch für die heimische Tierwelt ein Gewinn. Der dichte Bewuchs schafft ideale Unterschlupfmöglichkeiten, eingewachsene Bäume können als Nistplätze dienen. Wird bei starkem Wind ein Ast abgebrochen, lass ihn einfach liegen. Das verstärkt nur den Waldcharakter und kann von tierischen Gästen in Beschlag genommen werden. Herunterfallendes Laub kannst du z.B. mit dem UniversalLeafBlower zusammentragen und Schnittgut aufschichten, denn beides wird gerne von Igeln als Versteck und zur Überwinterung genutzt.

Selbst Obst und Gemüse haben auch in schattigen Gärten eine Chance. Wie dir das gelingt, liest du hier.
Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.
