Pflanzkübel bepflanzen: So geht’s richtig

An einer Hauswand aus Backsteinen stehen unterschiedliche Pflanzkübel mit blühenden und immergrünen Pflanzen.
Mit Kübelpflanzen kann man den Garten immer wieder flexibel umgestalten.

Ob blühend, winterhart oder fruchttragend: Kübelpflanzen beleben und verschönern deinen Wohnbereich, Garten, Terrasse und Balkon. Damit die Pflanzen auch bestmöglich gedeihen, gibt es einiges zu beachten. Wie groß muss der Pflanzenkübel sein? Welche Blumen und Sträucher eignen sich? Und wie verhindert man Staunässe? Mit den richtigen Tricks kannst du auch ohne großen Aufwand eine vielfältige Pflanzenpracht genießen. Denn wir verraten dir alles Wichtige rund ums Bepflanzen eines Pflanzkübels.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Pflanzen auf die Terrasse oder in den Garten zu verlagern. Und wann bepflanzt man Kübel neu?

An einem Ast sind eine Blüte sowie Blätter mit Frost überzogen.

Ganz klar: Um Kälteschäden bei Kübelpflanzen zu vermeiden, solltest du mit der Bepflanzung von Pflanzkübeln bis nach den Eisheiligen warten. Diese sind zwischen dem 11. und 15. Mai und können vor allem in der Nacht den für Blumen, Palmen und Co. schädlichen Frost bringen. Ein guter Zeitpunkt, um Kübel neu zu bepflanzen oder bestehende Blumen umzupflanzen, ist daher Ende Mai. Um Frostschäden generell zu vermeiden, solltest du in kalten Jahreszeiten beachten, dass du das Gewächs nur an frostfreien Tagen gießt. Außerdem ist es wichtig, die Kübelpflanzen im Winter vor grellem Licht und Wind zu schützen. Was du sonst noch zum Wohle deiner Pflanzen im Winter beachten solltest, kannst du in unserem Ratgeber nachlesen.

Auch beim Düngen ist Vorsicht zu genießen. Die ideale Zeit zum Düngen liegt zwischen April und August. Düngst du über den Spätsommer hinaus, riskierst du Gewebeschäden der Pflanze und erhöhst die Gefahr, dass sie im Winter erfrieren.

Ebenso wichtig wie das Wässern und das Düngen, ist das richtige Schneiden von Kübelpflanzen. Besonders kraftschonend geht das mit der EasyPrune. Wann du genau welche Pflanze schneiden sollst, kannst du hier nachlesen.

Wie groß soll der Pflanzkübel sein?

An einer weißen Hauswand stehen unterschiedliche Grünpflanzen in Steinkübeln und Rattan Pflanzkörben.

Während du Farbe und Material individuell nach deinem Geschmack wählen kannst, spielt die Größe des Pflanzkübels eine wichtig Rolle. Große Kübelpflanzen wie Fächerpalmen haben in der Regel auch größere Wurzeln als kleinere Topfpflanzen wie Kräuter oder Lavendel. Demnach benötigen sie auch mehr Platz für ihr Wurzelwerk. Ist das Pflanzengefäß zu klein, wird das Wachstum der Pflanze gehindert. Ist der Topf zu groß, sieht das Gewächs schnell verloren aus. Eine Faustregel besagt, dass der Pflanzkübel mindestens drei Zentimeter breiter sein sollte als der Plastiktopf, in dem die Pflanze sich beim Kauf befindet. Mehr Platz im Wurzelbereich fördert das Wachstum und verhindert, dass die Erde schnell austrocknet.

Neben der Größe sollte die Gefäßform gut bedacht sein. Ist der Kübel zu bauchig, kann es schnell zu Staunässe an den Wurzeln kommen. Auch beim Umtopfen können Problemen auftreten. Nämlich dann, wenn sich die Wurzeln im breiten Teil des Kübels ausgebreitet hat. Entscheide dich also vorab genau für den passenden Kübel oder lass dich direkt im Fachhandel beraten. Denn einen Pflanzkübel sollte man auch für die Zukunft kaufen. Nur so wirst du dich auch lange Zeit und ohne aufwändiges Umtopfen an deiner Palme, Staude oder Blume erfreuen können.

Welche Pflanzen entfachen ihre volle Schönheit auch in Kübeln?

  • Auf einem Balkon stehen viele bunte Blumen und Sträucher in Pflanzkübeln aus Ton.
  • Blühende Balkonblumen in dekorativen Blumentöpfen.

Die Auswahl von Pflanzen, die sich auch in Kübeln richtig wohl fühlen, ist enorm. Sogar Rosen können in Töpfe gepflanzt werden und entfalten trotzdem ihr volle Blütenbracht. Grundsätzlich raten wir dir, widerstandsfähige Pflanzen zu wählen. Nachfolgend ein paar Inspirationen von typischen Kübelpflanzen aus unterschiedlichen Kategorien:

Große Kübelpflanzen ohne Blüten: Zypresse, Lorbeer und Schirmbambus

Blühpflanzen: Hortensien, Margeriten und Oleander

Kräuter: Thymian, Rosmarin und Salbei

Fruchtpflanzen: Säulenobst, Olivenbaum, Topfheidelbeeren, Echter Mandelbaum und Feige

Dauerblüher: Oleander, Springbrunnenpflanze, Hibiscus und Geranie

Palmen: Goldfruchtpalme, Keulenlilie, Zwergpalme, Chinesische Hanfpalme und Yucca-Palmlilie

Du hast Lust, einen Olivenbaum auch mal selber anzupflanzen? Hier findest du, wie das klappt. Und wie du die unterschiedlichen Pflanzen am besten in Szene setzt, verraten wir dir am Ende dieses Ratgebers. 

Staunässe verhindern: die perfekte Drainage

  • Eine Person füllt Blähton in einen Pflanzkübel ein.
  • Mit einer kleinen Schaufel wird Pflanzenerde in einen mit Blähton gefüllten Pflanzkübel geschüttet.

Hast du Pflanze und Kübel ausgesucht, kannst du das Gefäß nach deinen Wünschen und Vorstellungen bepflanzen. Hierbei spielt die Drainage eine wichtige Rolle. Sie setzt sich aus dem Wasserablauf im Boden des Kübels und der Drainageschicht im Gefäß zusammen und verhindert, dass die Pflanze im gestauten Wasser steht.

Das Allerwichtigste ist zunächst, dass sich ein Loch im Boden des Topfes befindet. So kann überschüssiges Wasser jederzeit abfließen. Denn zu viel Feuchtigkeit im Kübel kann zu Wurzelfäulnis führen. Außerdem besteht im Winter die Gefahr, dass der Kübel durch die Ausdehnung des gefrorenen Wassers platzt.

Falls der Kübel kein Loch besitzt, kannst du mit einem Akku-Bohrer die nötigen Löcher ganz leicht selber anfertigen. Zu empfehlen ist ein zehn Millimeter Bohraufsatz . Bei Fiberglas und Beton bietet sich ein Steinbohrer an. Bei Zink, Edelstahl und Cortenstahl ist ein Metallbohrer die richtige Wahl. Handelt es sich um einen großen Kübel, bohrst du am besten mehrere Löcher in den Boden. So kann das Wasser besser abfließen.

Für die perfekte Drainage deckst du zunächst das Abflussloch beziehungsweise die Abflusslöcher mit ein bis drei Tonscherben ab. Anschließend gibst du eine drei bis fünf Zentimeter hohe Drainageschicht in den Topf. Als Material eignen sich dafür Blähtonkugeln, Kies oder Bims. Die Schicht dient als Wasserspeicher und verhindert Staunässe. Oben drauf empfehlen wir ein Stück Vlies. Der Stoff dient als Trennschicht zur Erde und verhindert, dass die Erde beim Gießen in die Drainage geschwemmt wird. Zusätzlich schützt das Material vor Kleinlebewesen wie Ameisen, Asseln und Co.

Hast du die Drainageschicht vorbereitet, kannst du die Erde in den Kübel geben.

Welche Erde eignet sich für die Bepflanzung von Kübeln?

Auf einem Tisch liegen Pflanzenerde und eine kleine Gartenschaufel mit einem grünen Griff.

In der Regel bleiben Kübelpflanzen mindestens zwei bis drei Jahre in ihren Gefäßen. Deshalb muss die Erde gut und strukturstabil sein. Nur, wenn die Wurzeln ausreichend und konstant mit Luft und Nährstoffen versorgt werden, kann die Pflanze im Topf gut gedeihen. Spezielle Kübelpflanzenerde enthält mineralische Bestandteile wie Sand, Blähton oder Lava. Diese Mineralien sorgen dafür, dass das überschüssige Gießwasser nach unten abfließt und sich nicht an den Wurzeln staut. Oftmals ist die Erde bereits vorgedüngt. Da die Pflanzen die Nährstoffe in der Erde allerdings mit der Zeit aufbrauchen, solltest du nach etwa vier bis sechs Wochen nachdüngen.

Bei der Wahl der Erde ist es wichtig, dass du auf keinen Fall Gartenerde verwendest. Denn sie bringt meist Bakterien, Pilze oder gar Schädlinge mit sich. Außerdem wandern die Lehm- oder Tonanteile, die sich in der Erde befinden, im Kübel mit der Zeit nach unten und verstopfen die Abzugslöcher.

Gestaltungstipps

  • In einem Garten stehen vier Pflanzkübel aus Beton. Darin sind unterschiedliche Blumen mit weißen Blüten gepflanzt.
  • Vor einem Haus stehen drei eckige Blumenkübel aus Holz. Darin sind blühende und immergrüne Pflanzen eingepflanzt.
  • An einer weißen Wand hängen bunt bepflanzte Blumentöpfe.

Du möchtest graue und leere Ecken auf deiner Terrasse oder im Garten aufpeppen? Und du liebst die Veränderung? Dann sind Kübelpflanzen genau dein Ding. Denn du kannst sie jederzeit umstellen.

Was sonst noch zu beachten ist? Bunt bepflanzte Kübel bringen Farbe und sicherlich auch gute Laune in den Garten oder auch in die Wohnung. Besonders schön wird es, wenn die Pflanzen zeitgleich blühen. Außerdem sollten sie die gleichen Ansprüche an Licht, Luft und Wasser haben. Hast du schon mal versucht, mehrere unterschiedlich hohe Pflanzen zusammen in einen Kübel zu setzen? Dieses stilvolle Zusammenspiel aus kleineren und größeren Gewächsen ist ein echter Hingucker.

Und zuletzt noch ein paar optische Tipps und Anregungen: Kleinere und mittelhohe Pflanzen sehen in hohen, schlanken Kübeln sehr elegant aus. Während eckige Behälter eher streng wirken, schaffen runde Gefäße eine angenehme Atmosphäre. Besonders gut kommen sie auf Treppenstufen zur Geltung. Aber auch am Garteneingang oder neben der Tür des Gartenhauses lassen sich Pflanzkübel dekorativ einsetzen. Geschmückte Tore und Türen bringen Stimmung in den Wohn- und Gartenbereich. Und hast du schon mal daran gedacht, Kübelpflanzen als Wegbegrenzung einzusetzen? Heckenpflanzen, Ziergräser aber auch niedrige Pflanzen bieten sich gut an, um Gartenbereiche optisch voneinander abzugrenzen oder eine Sichtschutzwand zum Nachbarn aufzubauen. 

Lass deiner Kreativität einfach freien Lauf und nutze Pflanzkübel in unterschiedlichen Formen und bunt bepflanzt als fantasievolle und vielfältige Dekorationselemente in deinem Garten, auf deinem Balkon oder in deiner Wohnung.