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Selbstversorgergarten – übers ganze Jahr ernten und genießen

Ein Selbstversorgergarten, wie hier mit den verschiedensten Pflanzenarten, bietet dir die perfekte Gelegenheit, dein Gemüse eigenständig anzubauen.
Ein Selbstversorgergarten, wie hier mit den verschiedensten Pflanzenarten, bietet dir die perfekte Gelegenheit, dein Gemüse eigenständig anzubauen.

Selbstversorgergarten – übers ganze Jahr ernten und genießen

Gemüse und Obst selbst anzubauen und zu ernten bereitet viel Freude und zudem ist so ein Küchengarten besonders nachhaltig, die Lebensmittel wachsen ja praktisch vor der Haustür. Mit einer biologischen und naturnahen Gartenbewirtschaftung ohne synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel wird nicht nur die Umwelt und deine Gesundheit geschont, sondern auch die Artenvielfalt gestärkt.

Einen großen Garten brauchst du übrigens nicht, um dich selbst zu versorgen. Mit einer guten Anbauplanung kannst du sogar in Töpfen und Kübeln auf Balkon und Terrasse das ganze Jahr über Frisches ernten.

Bestandsaufnahme

Um sich autark mit Gemüse, Kartoffeln und Obst zu versorgen, werden 85 Quadratmeter veranschlagt. Dabei nehmen Obstgehölze und auch Kartoffeln dabei viel Platz in Anspruch. Möchtest du außerdem noch Hühner halten, steigt der Platzbedarf nochmal deutlich, du brauchst Gehege und ein Hühnerhaus.

Für den etwas kleineren Anfang liefern 40 Quadratmeter Gartenfläche genug, um zwei Personen ab Mai mit Gemüse, außer Kartoffeln, zu versorgen. Pro Quadratmeter bekommst du im Laufe des Jahres 2 bis 3 kg Gemüse. Und selbst mit nur 2 Quadratmetern oder einigen Töpfen auf Balkon und Terrasse gibt es mit einer schlauen und eventuell vertikalen Planung viel zu ernten.

Bevor du mit deinem Selbstversorgergarten startest, solltest du eine Bestandsaufnahme machen, um zu wissen, was du anbauen kannst.
Bevor du mit deinem Selbstversorgergarten startest, solltest du eine Bestandsaufnahme machen, um zu wissen, was du anbauen kannst.
  • Wie viel Platz habe ich, um Gemüse und Obst anzubauen?
    Bei einer großen Fläche kannst du Obstbäume wie Apfel und Kirsche einplanen. Ein Apfel-Hochstamm benötigt allerdings 8-12 m Pflanzabstand zum nächsten Baum, ein Halbstamm, der etwa 4-5 m hoch wird, 6-8 m Abstand. Alternativen für kleine Gärten sind Spindelbüsche, Sträucher oder Stauden wie Erdbeeren oder Physalis. Platzsparend ist außerdem kletterndes Obst, z.B. Kiwi, und kletterndes Gemüse, z.B. Stangenbohnen, Kletter-Zucchini und Gurken. Auf Balkon und Terrasse wird mit Pflanzen, die in die Höhe wachsen, der verfügbare Platz bestens genutzt.
  • Wie viel Zeit habe ich für den Garten und die Verarbeitung der Ernte?
    Der Garten sollte immer Spaß machen und ein Ausgleich zur Arbeit sein. Plane also nicht zu viel auf einmal. Bei einer großen Ernte muss die Vorratshaltung bedacht werden. Einfrieren, trocknen, einmachen – das alles beansprucht deine Zeit.
  • Wie sind die Standortverhältnisse vor Ort? 
    Für einen Gemüsegarten ist eine Süd-Ost-Ausrichtung optimal, vor allem dann, wenn du wärmeliebende Gewächse wie Paprika, Auberginen und Zucchini anbauen möchtest, die auf sonnigen Standorten gut gedeihen. Aber auch mit einer Nordost- oder Nordwest-Ausrichtung des Gartens kannst du gute Ernten einfahren. Der Boden erwärmt sich im Frühjahr etwas später, im Sommer knallt die Sonne aber nicht so auf die Beete, der Boden bleibt feuchter. Lage und Lichtverhältnisse bestimmen also die Gemüseauswahl mit. Hier findest du Tipps für Obst- und Gemüsesorten für den Schatten.
  • Was soll auf jeden Fall angebaut werden?
    Tomaten, Kürbisse, Paprika, Gurken, Salat, Erdbeeren, Himbeeren – die Auswahl ist riesig, der Fokus sollte aber erst einmal auf den Lieblingen liegen. Wenn Tomaten zu deinen Favoriten zählen, brauchst du für das empfindliche Gemüse ein Tomatenhaus.

Planung

Mit einem Anbauplan kannst du jedes Jahr festlegen, auf welchem Beet welche Pflanzen wachsen sollen. Hast du die Aussaat-, Pflanz- und Erntezeiten im Blick, bist du beinahe das ganze Jahr über mit frischem Gemüse versorgt.

Pflanze nicht einfach drauflos, sondern plane, wann und wo du welches Obst und Gemüse am besten anbauen kannst. Salat setzt du am besten im Frühling sonnig bis halbschattig.
Pflanze nicht einfach drauflos, sondern plane, wann und wo du welches Obst und Gemüse am besten anbauen kannst. Salat setzt du am besten im Frühling sonnig bis halbschattig.

Aussaat und Ernte: So kannst du gut planen

Zeitpunkt Säen, Pflanzen, Stecken Ernte
März/April
  • Spinat (Aussaat, bei Frostgefahr abdecken)
  • Radieschen (Aussaat, bei Frostgefahr abdecken)
  • Salat (Pflanzung, bei Frostgefahr abdecken)
  • Sommerporree (Pflanzung)
  • Wurzelpetersilie (Aussaat)
  • 4-6 Wochen später
  • 4-6 Wochen später
  • 4-6 Wochen später
  • August bis September
  • Juli bis Ende Oktober
Ende April/Mai/
Juni
  • Kichererbse (Voranzucht im Haus, Pflanzung Mitte Mai)
  • Kartoffel (Setzen)
  • Buschbohnen (Aussaat)
  • Zucchini (Pflanzung, wenn keine Nachtfrostgefahr besteht)
  • Kürbis (Pflanzung, wenn keine Nachtfrostgefahr besteht)
  • Juli/August
  • September/Oktober
  • Juli bis Oktober
  • Juli bis September
  • Juli bis September
August/
September/
Oktober
  • Grünkohl (Pflanzung Anfang August)
  • Kohlrabi (Pflanzung August/Anfang September)
  • Rote Bete (Pflanzung Ende August/ September)
  • Radieschen (Aussaat Mitte September bis Mitte Oktober)
  • Feldsalat (Aussaat am besten im September)
  • Oktober bis April
  • 8-12 Wochen später
  • Ende Oktober/November
  • November/Dezember
  • Ende Oktober bis März

 

Mischkultur

Um die beste Ausnutzung des Gartens zu erreichen, solltest du auf Mischkultur setzen. Wächst Gemüse mit unterschiedlichen Wurzellängen zusammen in einem Beet, werden die Nährstoffe in allen Bodenschichten genutzt und die tieferliegenden nicht ins Grundwasser ausgeschwemmt. Tomaten und Radieschen passen gut zusammen, wurzeln unterschiedlich tief und sind gute Nachbarn. Das trifft auch auf Erdbeeren und Petersilie, Erbsen und Kohlrabi und andere Mischungen zu, während Lauch und Rote Bete sich gegenseitig im Wachstum behindern.

Die gelben Tagetes sind gute Beetnachbarn in der Mischkultur, sie schützen hier den Salat, Brokkoli und die Rote Bete vor Schädlingen.
Die gelben Tagetes sind gute Beetnachbarn in der Mischkultur, sie schützen hier den Salat, Brokkoli und die Rote Bete vor Schädlingen.

Fruchtfolge

Jede Art entnimmt dem Boden unterschiedliche Nährstoffe; baust du am selben Platz immer das gleiche Gemüse an, laugt das den Boden aus. Auf einem Beet wachsen dann am besten im ersten Jahr Starkzehrer (z.B. Kohlarten, Gurken, Kartoffeln, Sellerie, Zucchini und Kürbis), im zweiten Jahr Mittelzehrer (z.B. Zwiebeln, Lauch, Rote Bete und Spinat) und im dritten Jahr Schwachzehrer (z.B. Bohnen, Erbsen und Feldsalat).

Außerdem gibt es Krankheiten und Schädlinge, die im Boden überdauern und sich ungestört vermehren, wenn auf einem Beet immer wieder dasselbe Gemüse angebaut wird. In einer Fruchtfolge kommt nach frühestens drei Jahren ein Gemüse an denselben Platz. In der Zwischenzeit finden die Schädlinge und Krankheiten keine Nahrung und verziehen sich.

Selbstversorgung aus dem Hochbeet

Durch ihren speziellen Schichtaufbau sind Hochbeete bestens für dein Selbstversorgungs-Projekt geeignet. Obststauden wie Erdbeeren gedeihen prächtig, ebenso wie Salate, Karotten, Kohlrabi, Bohnen und andere Gemüsearten.

Für dein Selbstversorgungsprojekt kann sich auch ein Hochbeet eignen, in dem du beispielweise Salate, Kohlrabi oder Sellerie anbauen kannst.
Für dein Selbstversorgungsprojekt kann sich auch ein Hochbeet eignen, in dem du beispielweise Salate, Kohlrabi oder Sellerie anbauen kannst.

Pflege mit Düngung und Pflanzenschutz

Ohne Pflege kommen Gemüse und Obst nicht aus, egal ob du im Garten oder in Töpfen gärtnerst. Das Wichtigste ist, den Boden nach einem Regen hacken und ihn vor Austrocknung zu schützen. Das geht am besten, indem du ihn mit Rasenschnitt oder anderen Mulchmaterialien bedeckst. Dafür kannst du Grünschnitte und Gartenabfälle z.B. mit dem Häcksler AXT Rapid 2000 von Bosch zu Mulch verarbeiten. Außerdem benötigen Pflanzen für ein gesundes Wachstum und gute Ernten Nährstoffe in Form von Dünger. Hast du Platz für einen Komposter, ist das besonders nachhaltig. Immerhin wird aus den organischen Abfällen aus der Küche und dem Garten nach einer Weile nährstoffreiche Komposterde, die du als Dünger verwenden kannst. Bei wenig Platz ist Bokashi eine gute Idee.

Kraftvoll und schnell macht der AXT Rapid 2000 aus Ästen und weichen Grünabfällen wertvolles Mulchmaterial für den Garten.
Kraftvoll und schnell macht der AXT Rapid 2000 aus Ästen und weichen Grünabfällen wertvolles Mulchmaterial für den Garten.

Setze bei Dünger und Abwehr auf die Natur

Zur Pflanzenstärkung brauchst du keine Chemie: Als Dünger eignen sich Hornspäne, Pferde- und Rinderdung, Kompost, Schafwollpellets und Brennnesseljauche. Aus Knoblauch, Rainfarn, Zwiebelschalen oder Brennnesseln kannst du besondere Tees, Brühen oder Jauchen zubereiten und zur Abwehr von Krankheiten und Schädlingen nutzen.

Dünger sind notwendig, um die Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen: Hierbei ist aber keine Chemie notwendig, einfacher Kompost oder besondere Tees helfen genauso gut.
Dünger sind notwendig, um die Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen: Hierbei ist aber keine Chemie notwendig, einfacher Kompost oder besondere Tees helfen genauso gut.

Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.