Werkzeuge für Heim & Garten

Werkstatt einrichten – gut geplant ist halb gebaut

Ein Mann plant die Einrichtung seiner Werkstatt am Tablet, hinter ihm sind Regale mit Handwerkzeugen und Holzstücken zu sehen.
Du hast vor, eine Werkstatt einzurichten? Dann ist ein gutes Maß an Planung gefragt!

Klar, eine Werkstatt soll funktional sein. Schließlich erledigst du darin Arbeit. Aber sie ist mehr als eine Ansammlung von Werkzeugen, Schrauben und Materialien. Du solltest deine Werkstatt so einrichten, dass sie dir auch als Rückzugsraum dient, in dem du kreativ werden kannst. Mit deinen Händen schaffst. Sachen wieder gangbar machst und Neues baust.

Damit du darin nach Herzenslust schalten und walten kannst, solltest du eine Werkstatt planen, die an deine Bedürfnisse angepasst und sicher ist. Und nicht zuletzt darf sie auch ein bisschen Komfort bieten.

Wenn du also eine Garage einrichten, im Keller eine Werkstatt aufbauen oder einen anderen verfügbaren Raum nutzen möchtest, um dein DIY-Refugium zu schaffen, ist dieser Artikel der richtige für dich.

Vorweg: Achte bei allen Arbeiten, die du in deiner und um deine Werkstatt herum ausführst, stets auf die geeignete persönliche Schutzausrüstung für Heimwerker. In vielen Fällen zählen eine Schutzbrille, Arbeitshandschuhe, ein Gehörschutz und gegebenenfalls eine Staubmaske dazu.

Planung und Hintergrundwissen: Werkstatt einrichten

Bevor du dich daran machst, deine Werkstatt einzurichten, solltest du dich mit den wichtigen W-Fragen beschäftigen:

  1. Warum? Nicht jede DIY-Werkstatt dient ausschließlich der Ausübung eines Hobbys. Manche wollen eine Werkstatt einrichten, um darin vor allem notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten auszuführen und das Geld für Handwerker zu sparen. Eine solche, aufs Funktionale fokussierte Werkstatt wird sich in ihrer Einrichtung von der liebevoll gestalteten Hobbywerkstatt unterscheiden.
  2. Was? Eng mit dem „warum“ verknüpft ist die Frage, was du in deiner Werkstatt genau tun möchtest. Willst du anspruchsvolle Holzarbeiten ausführen? Tolle Möbel selber bauen? Brauchst du eine Werkstatt, um Auto und Bike zu warten und zu reparieren? Oder bist du filigraner unterwegs und bastelst gerne Schmuck oder stellst liebend gerne deine eigene Dekoration her?
  3. Wie? „Warum“ und „was“ bestimmen im Wesentlichen, wie du deine Werkstatt einrichtest. Welche Maschinen und Werkzeuge benötigst du? Wie viel Stauraum für Material und Zubehör? Wie groß muss die Werkstatt mindestens sein?
  4. Wo? Wenn du die ersten drei W-Fragen beantwortet hast und deine ideale Werkstatteinrichtung schon im Geiste vor dir siehst, kommt noch das „wo“. Welche Räumlichkeiten stehen dir zur Verfügung? Eine Auto- bzw. Motorradwerkstatt ist am besten in der Garage untergebracht. Im Keller sollte für ausreichend Licht und Luft gesorgt sein.

Vielleicht bieten sich die bisherigen räumlichen Gegebenheiten nicht für die Einrichtung einer Werkstatt an? Dann sieh dir an, wie du ein Gartenhaus selber bauen kannst. Ein Nebengebäude lässt sich oft sehr gut auch als Werkstatt gestalten. Selbst ein Carport zum Selberbauen könnte sich für manche Arbeiten eignen – teure Werkzeuge solltest du dort aber natürlich nicht aufbewahren.

Sobald klar ist, wo dein Schwerpunkt liegt (Holz, Metall, Auto/Motorrad oder Universal-Werkstatt?) und du einen Raum dafür gefunden hast, zeichne dir einen groben Grundriss. Die Visualisierung hilft dir, frühe Fehler zu vermeiden und den vorhandenen Platz richtig nutzen zu können.

Werkstatt einrichten: Skizze eines möglichen Grundrisses mit Werkbank und weiteren Einrichtungsgegenständen
Zeichne einen einfachen Grundriss, um deine Werkstatt zu organisieren.

Die Werkstatt als „lebender Organismus“

Du hast deinen Bedarf ermittelt und den Standort bestimmt. Für die weitere Planung sind viele zusätzliche Faktoren zu berücksichtigen, wie zum Beispiel Lagerung, Beleuchtung, Belüftung, Strombedarf und Lärmschutz.

Aber du solltest auch an die Zukunft denken. Es ist wahrscheinlich, dass du irgendwann aus der ursprünglich eingerichteten Werkstatt herauswächst und eine Erweiterung brauchst. Oft ist es daher besser, eine Zeit lang ein Layout ausprobiert zu haben, bevor man es finalisiert.

Die Art der Arbeit und die Verfahren, die du in deiner Werkstatt anwendest, werden sich im Laufe der Zeit verändern – vielleicht ist dein erstes Projekt recht einfaches DIY-Kinderspielzeug und ein paar Jahre später willst du ein Tiny House selber bauen . Das ist ja das Schöne an der Heimwerker-Werkstatt: Sie wird nie fertig!

 

Die Basics der Werkstatteinrichtung

Was gehört in eine Werkstatt? Egal, ob du eine Bike-, Auto-, Bastel-, Modellbau- oder Tischlerwerkstatt gestalten möchtest: Eine stabile Werkbank, die gängigen Hand- und Elektrowerkzeuge, Verbrauchsmaterialien und ein maßgeschneidertes Aufbewahrungssystem zählen zu den Basics.

Schauen wir uns die einzelnen Punkte näher an:

Werkbank

Sie ist der Dreh- und Angelpunkt deiner Werkstatt. Deine Bühne und Kommandozentrale. Die Werkbank ist im Wesentlichen ein Tisch, auf dem gearbeitet wird. Sie muss extrem stabil, zuverlässig und möglichst vielseitig sein. Und dabei natürlich funktionell und ergonomisch. Du kannst dir eine Werkbank selber bauen, um sie exakt an deinen Ansprüchen auszurichten.

Die genaue Ausgestaltung reicht von einem einfachen Tisch bis hin zur Hobelbank mit allem Drum und Dran. Wenn du genug Platz hast, solltest du die Werkbank in der Mitte der Werkstatt aufstellen, sodass du von allen vier Seiten daran arbeiten kannst. Diese Anordnung lässt viel Platz für das Manövrieren großer Werkstücke um die Bank herum.

Die Höhe solltest du auf deine Körpergröße bzw. typische Arbeitshaltung abstimmen. Denk dabei auch an die Maschinen, die du vielleicht im Einsatz hast. Zum Beispiel ist es vorteilhaft, wenn Werkbank und Tischsäge dieselbe Höhe haben.

Handwerkzeuge

In diese Kategorie der Werkstatteinrichtung gehören mindestens:

  • Schraubenschlüssel und -dreher, darunter Ring- und Maulschlüssel, Kreuz- und Schlitzschraubendreher, Inbus und Torx
  • Schneid- und Sägewerkzeuge, also z. B. eine Universal-Handsäge, ein Cuttermesser und eine stabile Schere
  • Zangen, von Kombi- über Flach- und Kneif- bis zu Rohr- und Gripzange
  • Hammer, am besten in verschiedenen Ausführungen, inklusive Gummihammer
  • Schraubzwingen zum Fixieren von Werkstücken
  • Messtechnik, dazu gehören Zollstock und Maßband, Wasserwaage bzw. Linienlaser und Winkelmesser
  • Helferlein wie Phasenprüfer und Schreibgeräte (Tischlerblei)
Tipp
Kleine Kosten, große Wirkung: der Schraubstock
Ein massiver Parallel-Schraubstock hat einen Eisenkörper und eine Gewindespindel. Er dient dazu, große Objekte zwischen zwei Backen einzuspannen und sie während der Handwerkerarbeiten sicher zu halten. Egal was du zu feilen, zu sägen oder zu biegen hast, der Schraubstock ist dein Freund.

Elektrowerkzeuge

Manche Arbeiten, zum Beispiel solche, bei denen es auf sehr viel Fingerspitzengefühl ankommt, erledigt man gerne mit manuellen Geräten. In der Holzbearbeitung z. B. kommen deshalb gar nicht so selten noch Handbohrer mit Drehkurbel zum Einsatz.

Ohne gutes Elektrowerkzeug kommt jedoch keine modern eingerichtete Werkstatt aus. Solide, verlässliche und langlebige Geräte sind für den Heimwerkererfolg essenziell. Zur Grundausstattung in diesem Bereich zählen:

  • Bohrer und Schrauber: Der Akku-Bohrschrauber bietet sich für viele Anwendungen an, gerne auch mit Bohrständer für exakte senkrechte Bohrungen. Noch genauer ist eine Tischbohrmaschine.
    Gerade der Akku-Bohrschrauber aber ist nicht wegzudenken, wenn du eine Werkstatt gerade neu einrichtest. Mit den entsprechenden Schrauberbits lässt sich alles drehen, was eine Schraube ist. Und mit der Bohrfunktion sind Löcher schnell gemacht. Siehe auch: Video-Tutorials für Bohrer und Schrauber.
  • Unter den Sägen ist vor allem die Stichsäge von großem Nutzen, nicht nur für präzise Geradschnitte in Holz, Metallen oder Kunststoffen. Auch Kurven und Gehrungsschnitte bekommst du mit dieser Säge exakt hin. Mehr zum runden Schnitt mit der Stichsäge in einem anderen Artikel. Für längere und/oder dickere Holzwerkstücke bietet sich eine Handkreissäge an. Mit der passenden Führungsschiene ist sie auch ideal, um lange Gehrungsschnitte zu sägen. Siehe auch: Video-Tutorials für Sägen.
  • Oberfräse: Jeder Holzarbeiter kennt die unzähligen Einsatzmöglichkeiten der Oberfräse. Das Werkzeug ist für viele Projekte rund ums Haus nützlich, ob aus funktionalen Gründen oder für dekorative Zwecke. Es ist ein großartiges Elektrowerkzeug, weil es tragbar und für eine Reihe von Schneide- und Trimmarbeiten einsetzbar ist.
    Oberfräsen kannst du zum Schneiden von Nuten oder auf flachen Holzstücken verwenden, um komplizierte Muster oder Schriftzüge zu zeichnen. Siehe auch: Video-Tutorials für Oberfräsen und unseren Artikel Holz fräsen .
    Bei bestimmten Arbeiten mit der Oberfräse ist ein Frästisch unbezahlbar. Gute Nachrichten: Du kannst einen Frästisch selber bauen, in den du deine Oberfräse integrierst. So hast du das Beste aus zwei Welten: die Funktionalität des Frästisches und die Mobilität der Oberfräse.
  • Schleifgeräte sind in diversen Ausführungen verfügbar und für die Oberflächenbehandlung unverzichtbar. Als Akku-Geräte sind sie besonders handlich. Bei der Auswahl und dem Umgang mit den verschiedenen Geräten helfen unsere Video-Tutorials für Schleifgeräte und unser Schleif-Guide. Wir halten außerdem Ratgeber zu konkreten Themen bereit – erfahre unter anderem, wie du Dielen schleifen oder Beton schleifen kannst.
    Die Welt des Schleifens ist sehr vielfältig. Nur ein Beispiel: Eine der ersten Regeln der Holzbearbeitung lautet, in Richtung der Maserung zu schleifen. So vermeidest du, dass Querfurchen entstehen. Aber wenn sich die Maserung des Holzes ändert – zum Beispiel bei einem Parkettboden, bei dem die Maserungsrichtung von Brett zu Brett variiert –, kannst du kaum schleifen, ohne zumindest einige ungleichmäßige Stellen zu verursachen.
    In solchen Fällen stellt der Exzenterschleifer eine der besten Lösungen dar. Das Gerät ist mit einem Schleifpad ausgestattet, das sich gleichzeitig dreht und in einem elliptischen Muster oszilliert. Diese magische Kombination verringert das Risiko von Schleifspuren drastisch.
  • Winkelschleifer: Wenn man sich erst einmal an seine Handhabung gewöhnt hat, will man ihn nicht mehr missen. Mit einem Winkelschleifer kannst du Metall und Stein schneiden, schleifen, bürsten und polieren, bis buchstäblich die Funken fliegen. Außerdem lassen sich mit der richtigen Schleifscheibe gut Werkzeuge wie eine Axt nachschärfen. Unsere Video-Tutorials für Winkelschleifer liefern weitere Informationen.
  • Multifunktionswerkzeuge sind – wie der Name vermuten lässt – extrem vielseitig. Zwar kann ein Multifunktionsgerät prinzipiell nichts, was nicht auch ein Spezialwerkzeug könnte. Aber ließe sich deine Arbeitseffizienz nicht enorm steigern, wenn du nur noch ein Werkzeug für alles bräuchtest?
    Ein Multifunktionswerkzeug mit Akku ist schnell bei der Hand und mit den zahlreich erhältlichen, oszillierenden Wechselaufsätzen bist du maximal flexibel und sägst, schneidest, schleifst, schabst, fräst und polierst mit ein- und demselben Werkzeug. Sieh dir unsere Video-Tutorials für Multifunktionswerkzeuge an, um zu erfahren, was du alles damit machen kannst.

 

Viele der genannten oder verlinkten Geräte sind Teil unseres facettenreichen 18-Volt-Systems. Das Besondere daran: Alle Geräte aus dem 18-Volt-System kannst du immer wieder mit demselben Akku umsetzen. Einfach Akku abziehen, auf ein weiteres Gerät aus dem System stecken, und weiter geht’s mit dem nächsten Arbeitsschritt.

 

Stauraum

Die alte Weisheit, Ordnung sei das halbe Leben, trifft nirgends mehr zu als in der Werkstatt. Herumliegende Kabel werden zur Stolperfalle; eine Öllache auf dem Boden bedeutet mindestens Rutschgefahr; und ist es nicht lästig, zum x-ten Mal den Schraubendreher suchen zu müssen, nur um kurz eine Schraube zu lösen? Da hilft nur eines: Werkstatt organisieren und ausreichenden, durchdachten Stauraum einplanen.

Ein ideales Ordnungssystem ist eine Loch- oder French-Cleat-Wand. Sie ist beliebig anpassbar und erweiterbar und eignet sich für alles, was griffbereit sein muss: die gängigen Handwerkzeuge, Schraubzwingen, der Gehörschutz und so weiter.

 

Werkstatt einrichten: Skizze einer Loch- oder French-Cleat-Wand für die Werkstatt
Die „Französische Klampe“ leistet beim Einrichten einer Werkstatt gute Dienste.

Die Französische Klampe oder French Cleat ist ein genialer Helfer: Du kannst dir die entsprechenden Halterungen selber bauen und dank der zwei cleveren ineinandergreifenden Keilleisten so gut wie alles an der Werkstattwand aufhängen. Baue dir mehrere Module, die du immer wieder je nach Bedarf umhängen kannst. Wie du andere Dinge an der Wand befestigst, erfährst du in einer separaten Anleitung.

Neben der offenen Aufbewahrung an einer French-Cleat-Wand ist es meistens sinnvoll, ein paar verschließbare Werkzeugschränke zu haben: Ob als Stand- oder Hängeschränke, Werkzeugschränke mit einer geringen Tiefe, damit sie nicht zu weit in die Werkstatt hineinragen, sind ideal, um Staub und Schmutz von den Geräten fernzuhalten. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit kann der Staub auf den Werkzeugen am Metall haften bleiben und zu Rost führen.

Unsere Anleitung für einen Schrank zum Selberbauen kann dir als Ausgangspunkt für dein DIY-Modell dienen. Du kannst auch Schubladen selber bauen  und mit DIY-Schubladenteilern das Chaos im Inneren beseitigen.

Auch offene Regale sollten schon deshalb nicht zu tief sein, weil man im Werkstattalltag die Tendenz hat, alles Mögliche darauf abzulegen und bald nichts mehr wiederfindet. Um tote Ecken zu nutzen, kannst du dir ein Eckregal selbst bauen. Wir halten noch viele weitere praktische DIY-Ideen für Regale bereit.

 

Sonderfall Gefahrstoffe: Der Umgang mit Farben, Säuren oder Ölen ist in der Werkstatt keine Seltenheit. Diese Stoffe werden als Gefahrstoffe bezeichnet, weil sie brennbar, explosiv, giftig, reizend und schädlich für Umwelt und Gesundheit sind.

Insbesondere wenn Kinder im Haus sind, solltest du diese Substanzen in einem abschließbaren Schrank aufheben. In dem Fall ist es noch besser, auch die Werkstattür mit Schloss und Schlüssel zu sichern, damit kleine Hände gar nicht erst in die Nähe einer Tischkreissäge oder eines anderen potenziell gefährlichen Werkzeugs kommen können.
Und noch etwas solltest du beim Thema Ordnung in der Werkstatt nicht vergessen. Je weniger unnötigen Krimskrams du aufhebst, desto seltener herrscht das Chaos. Das ist in der Werkstatt nicht anders als im Haushalt. Deshalb schau dir unsere 10 Tipps für mehr Stauraum in deinem Zuhause an.
Weitere clevere DIY-Aufbewahrungs-Hacks: Manchmal liegt die Lösung für ein Aufbewahrungsproblem nah und lässt sich mit in Haushalt oder Werkstatt übrig gebliebenen Teilen umsetzen:
Ein Klassiker sind leere Marmeladen- oder Gurkengläser mit Schraubdeckel. Einfach den Deckel von unten an ein Regalbrett schrauben und das mit Kleinteilen gefüllte Glas eindrehen. Du kannst aus alten Dosen ein Regal bauen oder ein DIY-Leiterregal für die Aufhängung von Werkzeugen verwenden – lass dich von unseren DIY-Upcycling-Ideen inspirieren.

 

Was brauche ich noch fürs Einrichten einer Werkstatt?

Damit du mit der eigentlichen Werkstattausstattung etwas anfangen kannst, brauchst du die entsprechende Infrastruktur. Die folgenden Punkte solltest du beachten, wenn du deine Hobby-Werkstatt richtig einrichten möchtest.

Strom

Während Wasser nicht unbedingt direkt in der Werkstatt vorhanden sein muss, geht ohne elektrischen Strom nichts. Dabei sind die Aspekte Praktikabilität und Sicherheit zentral.
Du brauchst eine ausreichende Anzahl an Steckdosen. Nichts ist nerviger, als dauernd mit einem Verlängerungskabel hantieren zu müssen oder bei einem Maschinenwechsel nur eine Anschlussmöglichkeit zu haben.
Darüber hinaus muss eine ausreichende elektrische Spannung sichergestellt sein, damit der Stromkreis nicht gleich überlastet ist, wenn mal zwei Maschinen gleichzeitig laufen (zum Beispiel Säge und Absaugung).
Je nach vorhandener Situation kann es notwendig sein, für die Werkstatt einen eigenen Unterverteiler (Sicherungskasten) zu installieren. Außerdem brauchen manche Stationärgeräte einen Starkstromanschluss.
Mit anderen Worten: Die richtige Stromversorgung für deine Werkstatteinrichtung zu gestalten, kann schnell komplex werden. Und bei einem so sicherheitsrelevanten Thema (Stichwort Stromschläge und Brandgefahr) darf es keinen Pfusch geben. Deshalb solltest du die Elektroinstallation einer Fachkraft überlassen – es sei denn, du bist selbst eine.

 

Beleuchtung

Anständige Beleuchtung in der Werkstatt ist äußerst wichtig. Am besten sind Konturen und Details bei Tageslicht zu erkennen. Da es das aber in Keller und Garage häufig nicht gibt, können Tageslichtlampen mit ausreichender Leistung Abhilfe schaffen.

Zwei Parameter sind entscheidend:

  1. Farbtemperatur der Lichtquelle, gemessen in Kelvin. Ab 5.300 Kelvin spricht man von Tageslichtweiß. Farbtemperaturen in dieser Größenordnung sind ideal fürs Werkeln.
  2. Beleuchtungsstärke, gemessen in Lux. Ab 500 Lux sollte es in deiner Werkstatt hell genug sein. Als Leuchtmittel kommen zumeist LED-Lampen zum Einsatz, deren Helligkeit in Lumen gemessen wird. Wie viel Lumen du brauchst, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Raumgröße und der Deckenhöhe ab.

Wir haben einige Anleitungen für DIY-Lampen parat – nicht unbedingt für eine Werkstatt, aber vielleicht ist ja dein erstes Projekt dabei?

 

Belüftung und Staubabsaugung

Deine Werkstatt muss belüftet werden, und wenn es nur ein kleines Kellerfenster ist, das für den Austausch von Sauerstoff und Feuchtigkeit sorgt.
Wenn du viel Holz sägst, hobelst und schleifst, ist auch eine gezielte Staubabsaugung wichtig. Das fängt schon bei der Werkzeugwahl an. Am besten kaufst du Werkzeuge, die bereits einen Absaugstutzen besitzen oder zumindest nachrüstbar sind. Anschließen kannst du solche Werkzeuge an Staubsauger, die es auch als Akkugeräte gibt.
Noch besser ist eine zentrale Absauganlage und am allerbesten eine mit Einschaltautomatik. Die vermeidet das leidige Handwerkerproblem der Bequemlichkeit, wenn man „nur mal schnell was sägen“ will oder einfach vergisst, die Absaugung einzuschalten. Lies dir auch unseren Artikel zum staubarmen Arbeiten durch.

 

Heizung

Du brauchst eine Heizung, weil du deine Werkstatt in der Garage einrichten möchtest? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es hängt von den Bedingungen vor Ort ab, was für dich am meisten Sinn macht. Grundsätzlich gibt es beim Heizen zwei Varianten: Konvektionswärme (die Luft erhitzen und im Raum verteilen) oder Strahlungswärme, ähnlich der der Sonne.
Jedes System hat – abhängig von der Art der Wärmeerzeugung – bestimmte Vor- und Nachteile. Wenn du z. B. Brennstoffe wie Gas oder Holz nutzen möchtest, musst du an die entstehenden Abgase denken und wie du die aus der Werkstatt bekommst.
Eine indirekt arbeitende Diesel-Heizkanone verbraucht Sauerstoff und lässt den typischen Dieselgeruch entstehen. Für ordentliche Belüftung muss also gesorgt sein, was dann aber unter Umständen wieder die Kälte in deine Werkstatt hereinlässt.
Infrarotheizungen, die Wärme abstrahlen, wirken nur punktuell, können aber gerade in großen Räumen die beste Lösung sein. Heißluftgebläse wiederum wirbeln leicht Staub auf. In jedem Fall solltest du bei allen strombetriebenen Heizvarianten die Kosten nicht aus den Augen verlieren.

 

Werkstatt einrichten: Sicherheit geht vor!

Vergiss nie, dass du in deiner Werkstatt mit potenziell gefährlichen Maschinen hantierst. Die oberste Sicherheitsregel für eine Werkstatt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Behandle Werkzeuge und Materialien mit Verstand, Respekt und Vorsicht:

  1. Keine Angst vor Werkzeugen haben. Aber Gebrauchsanweisungen lesen, üben und langsam vorgehen.
  2. Immer ganz auf die zu erledigende Aufgabe konzentrieren.
  3. Die Werkstatt sauber und trocken halten. Eine unordentliche Werkstatt wird schnell zu einem unfallträchtigen Ort.
  4. Immer den Stecker ziehen, wenn du ein Elektrowerkzeug nicht benutzt, und vor allem, wenn du Bits, Sägeblätter und Trennscheiben wechselst.
  5. In der Werkstatt wird es schnell laut und Kleinteile fliegen herum. Schutzbrille und Gehörschutz, etwa beim Sägen oder Fräsen, gehören einfach dazu. Da sollte es keine Ausnahmen geben.
  6. Nie Sicherheitsvorrichtungen an Maschinen wie Tischsägen und Abrichthobelmaschinen umgehen. Blattschutz und Spaltkeil z. B. sind nicht ohne Grund vorhanden.
  7. Halte für den Fall des Falles einen Feuerlöscher und einen Erste-Hilfe-Kasten in der Werkstatt bereit.
     

Kosten: Werkstatt einrichten

Um Kosten für das Planen und Einrichten einer Werkstatt schätzen zu können, gehen wir davon aus, dass ein geeigneter Raum vorhanden ist und du dir eine grundlegende Werkstattausstattung anschaffen möchtest.

Dafür solltest du in etwa mit folgenden Kosten rechnen:

Handwerkzeuge kann man gut in einem Werkzeugkoffer-Set anschaffen. Darin sollten Hammer, Handsäge, ein paar Zangen, Bits, Phasenprüfer, Maßband, Schraubendreher und ein Cuttermesser enthalten sein. Einen brauchbaren Koffer bekommst du ab ca. 50 EUR.

Für eine Basisausstattung mit Elektrowerkzeugen fallen folgende Kosten an:

Für das Zubehör für Elektrowerkzeuge wie Bohrer- und Schrauberbit-Sets rechne je nach Umfang mit etwa 15 bis 60 EUR.

Bei der Werkbank reichen die diversen im Handel erhältlichen Modelle von einer einfachen Arbeitsplatte für 100 EUR bis hin zur hochwertigen Hobelbank mit Zangen für 600 EUR. Alternativ dazu baust du sie dir für unter 200 EUR selber, wie zuvor schon vorgeschlagen.

Für Verbrauchsmaterialien wie Nägel, Schrauben, Dübel, Klebstoffe usw. kannst du für den Anfang mindestens 50 EUR einplanen.