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Zimmerpflanzen in Hydrokultur

Zimmerpflanzen wie Monstera deliciosa, Sansevieria, Syngonium und Spathiphyllum eignen sich für den Anbau in einer Hydrokultur.
Zimmerpflanzen wie Monstera deliciosa, Sansevieria, Syngonium und Spathiphyllum eignen sich für den Anbau in einer Hydrokultur.

Das Wort „Hydrokultur“ bedeutet übersetzt lediglich „Wasser-Anzucht“. Pflanzen brauchen gar nicht unbedingt Erde, um sich gut und gesund entwickeln zu können. Hauptsächlich sind sie auf Wasser angewiesen, auf Nährstoffe und Luft. Die Erde im Beet oder in den Töpfen gibt den Gewächsen lediglich Halt.

In Blähton können Zimmerpflanzen genauso sicher stehen. Daher kannst du grundsätzlich alle Gewächse auch in Hydrokultur pflanzen. Das gilt sogar für wasserscheue Exemplare wie Kakteen oder Orchideen.

Eine besondere und sehr trendige Form der Hydrokultur ist die Hydroponik, hier wird die Pflanze nur in Wasser kultiviert. Das bedeutet noch weniger Aufwand, eine saubere Angelegenheit aber auch verlangsamtes Pflanzenwachstum. Hydroponik geht nicht mit allen Pflanzen, diese hier eignen sich aber gut: Anthurie, Alocasie, Bromelie, Clusie, Ficus benjamini, Kolbenfaden, Keulenlilie, Orchideen und Philodendron. 

Achte auf einen stabilen Sitz der Pflanze im Gefäß, hier eigen sich entweder Kolbenformen oder sehr hohe Gläser mit sicherem Stand. Spannend wird der optische Kontrast, wenn du das Glas auf oder sogar in einen Pflanzenständer oder Blumentopf aus Baumstämmen stellst.  

Die Pflanze wird vorsichtig mit klarem Wasser abgewaschen, um die gesamte Erde von den Wurzeln zu entfernen. Dann darf sie ins Glas umziehen.
Die Pflanze wird vorsichtig mit klarem Wasser abgewaschen, um die gesamte Erde von den Wurzeln zu entfernen. Dann darf sie ins Glas umziehen.

Umzug: Raus aus der Erde, rein in die Hydrokultur

Willst du es einmal mit Hydrokultur versuchen, kannst du entsprechende Zimmerpflanzen im Fachhandel kaufen, die bereits in Töpfen mit Blähton stehen. Alternativ setzt du deine schon vorhandenen Zimmerpflanzen im Frühjahr um.

Nimm das Gewächs dafür aus dem Topf und wasche die Erde vorsichtig von den Wurzeln ab. Versuche, so viel Erde wie möglich von den Wurzeln zu entfernen. Siehst du abgestorbene oder faulige Wurzeln, entfernst du sie mit einer sauberen Schere. Das geht gut mit der EasyPrune von Bosch, die schneidet scharf, ohne die empfindlichen Wurzeln zu quetschen. Setze die Pflanze mit den nackten Wurzeln anschließend in einen Hydrokulturtopf. Der hat einen besonderen Innentopf. Dort gibst du erst die Pflanze und dann die Wasserstandsanzeige hinein. Anschließend füllst du den Topf mit den Blähtonkugeln.

Ist der Topf vollständig gefüllt, klopfst du ihn sacht auf den Boden oder eine Tischplatte. So bewegen sich die Blähtonkugeln im Topf und schließen letzte Hohlräume. Dadurch bekommen die Wurzeln einen guten Kontakt zu dem Material und die Pflanze findet Halt. Den Innentopf stellst du dann in einen wasserdichten Übertopf.

Bis die Pflanzen im Blähton angewachsen sind, vergehen einige Wochen. Anhand der Wasserstandsanzeige siehst du, ob die Gewächse noch gut versorgt sind. Gieße am Anfang nicht zu viel. Gib nur so viel Wasser, dass der Pegelanzeiger etwa auf Höhe der Anzeige für den Minimalstand ist. Gieße die Pflanzen erst dann wieder, wenn die Anzeige unterhalb dieser Markierung ist. Der Minimumstrich gibt an, dass noch etwa 1 cm hoch Wasser im Topf vorhanden ist.

Gieße nur in Ausnahmefällen so viel, dass die Anzeige auf Höhe des Maximalstands ist. Vor dem Urlaub ist das zum Beispiel sinnvoll, wenn du deine Zimmerpflanzen  auf Vorrat gießt. Bekommen die Pflanzen über längere Zeit zu viel Wasser, können die Wurzeln im Topf anfangen zu faulen, da sie dann nicht genügend Sauerstoff erreicht.
 

Hast du kleine Pflänzchen, kannst du sie auch in Reagenzgläsern in Hydroponik kultivieren. Zwei dekorative Ideen zum Selbermachen aus Holz sind die Wandhalterungen (auch für Stecklinge ideal) oder die Halterung zum Stellen, die sich auch auf dem Tisch hübsch macht.

 

Entferne jährlich Blähtonkugeln aus deinem Topf, um deinen Pflanzen Platz für das Wachstum zu bieten, dadurch wird das Umtopfen überflüssig.
Entferne jährlich Blähtonkugeln aus deinem Topf, um deinen Pflanzen Platz für das Wachstum zu bieten, dadurch wird das Umtopfen überflüssig.

Hydrokultur düngen und umtopfen

Alle zwei bis vier Wochen gibst du deinen in Hydrokultur wachsenden Pflanzen einen speziellen Hydrokultur-Dünger. Er sollte niedrig dosiert sein. Gib keinen normalen Blumendünger. Er enthält eine zu hohe Konzentration an Nährstoffen.

Topfe deine Zimmerpflanzen in Hydrokultur nur dann um, wenn sie zu groß für das bisherige Pflanzgefäß geworden sind. Bis es so weit ist, vergehen oft mehrere Jahre. In Hydrokultur stehende Zimmerpflanzen wachsen nicht so schnell wie Gewächse in Töpfen mit Erde. Anstatt die Pflanzen umzutopfen, nimmst du jedes Jahr etwa 2 cm bis 4 cm Blähtonkugeln aus dem Topf. Meist sind sie weiß verfärbt. Das liegt an den Nährsalzen, die sich in den Kugeln anreichern. Nimm sie heraus und spüle sie mit klarem Wasser aus. Dann kannst du den Blähton für deine Pflanzen wiederverwenden.

Tongranulat eignet sich sehr gut als Wasserspeicher, der deine Pflanzen nach und nach versorgt.
Tongranulat eignet sich sehr gut als Wasserspeicher, der deine Pflanzen nach und nach versorgt.

Tongranulat als Wasserspeicher

Tongranulat speichert Wasser sehr gut. Das Material ist vergleichbar mit einem Schwamm. Es nimmt Wasser auf und gibt es nach und nach an die Wurzeln ab.

Willst du deine bisher in Erde stehenden Pflanzen in einen Topf mit Tongranulat umziehen, spülst du die Wurzeln nicht ab. Setze die Pflanzen stattdessen mit ihrem Wurzelballen um. Fülle lediglich den restlichen Raum im Topf mit dem Tongranulat auf.

Nutze einen wasserdichten Übertopf. Er sollte etwa um ein Drittel größer sein als der alte Blumentopf. Auf den Boden gibst du so viel Tongranulat, dass der Topf etwa bis zu einem Drittel seiner Gesamthöhe gefüllt ist. Darauf stellst du die Pflanze mit ihrem Wurzelballen. Fülle wie oben beschrieben die Ränder mit dem Granulat auf. Gib auch auf den Wurzelballen Tongranulat. Er sollte etwa 2 cm hoch damit bedeckt sein.

Den Wasserstandsanzeiger steckst du nicht am Topfrand in das Granulat, sondern gerade oder leicht schräg in den Erdballen der Pflanze. Die Anzeige misst hier also nicht den Wasserstand, sondern die Feuchtigkeit des Wurzelballens: Ist die Anzeige blau, musst du noch nicht wieder gießen. Verfärbt sich die Anzeige rot, gibst du den Zimmerpflanzen wieder Wasser.

Gib immer etwa so viel Wasser, dass es ein Viertel des Topfes ausfüllen kann. Dafür notierst du dir am besten vor dem Pflanzen das Topfvolumen. Hast du die Gewächse gegossen, dauert es etwas, bis sich die Feuchtigkeitsanzeige wieder blau färbt. Insgesamt musst du eine in Tongranulat gesetzte Pflanze weniger gießen, weil der Ton das Wasser sehr gut speichert.

Mit Hilfe von Wasserstandsanzeigern lässt sich der Wasservorrat im Topfboden deiner Hydrokulturpflanze problemlos messen und somit Staunässe vorbeugen.

Tongranulat eignet sich sehr gut als Wasserspeicher, der deine Pflanzen nach und nach versorgt.
Tongranulat eignet sich sehr gut als Wasserspeicher, der deine Pflanzen nach und nach versorgt.

Wasservorrat im Topfboden

Zimmerpflanzen in geschlossenen Töpfen sind eher pflegeaufwendig. Die Gießwassermenge muss hier sehr genau dosiert werden, denn bei Staunässe sterben die Wurzeln wegen des Sauerstoffmangels schnell ab.

Mit besonderen Pflanzsystemen fällt die Pflege leichter. Dabei steht der Wurzelballen nicht auf dem Topfboden, sondern auf einem Trennboden leicht erhöht darüber. Darunter entsteht ein Raum, in dem Wasser gespeichert werden kann, ohne dass die Wurzeln unter Staunässe leiden. Dieser Wasserspeicher hält die Erde feucht.

Da im Topf immer ein Wasservorrat vorhanden ist, musst du deutlich seltener gießen. Gib das Wasser über den am Topfrand angebrachten Gießschacht in das Pflanzgefäß. Eine Drainageschicht aus Kies, Lavagestein oder Blähton oberhalb des Trennbodens stellt sicher, dass die Wurzeln nicht ins Wasser ragen. Diese Schicht sollte etwa ein Fünftel der gesamten Topfhöhe ausmachen.

Ein spannendes Pflanzenprojekt in Wasserkultur ist die Aufzucht einer Avocado: Vom Kern zur Pflanze.

Möchtest du mehr darüber wissen, wann welche Gartenarbeiten anfallen, erfährst du in unserem Gartenkalender, den richtigen Zeitpunkt für alle wichtigen Tätigkeiten.