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Bokashi-Eimer selber machen – Kompostieren auf japanische Art

Eine Frau gibt Bokashi auf Gemüseabfälle in einer Schale
Statt in die Biotonne kannst du deine Küchenabfälle in den Bokashi-Eimer geben und in wertvollen Pflanzendünger verwandeln.
  • Schwierigkeit
    Leicht
  • Kosten
    15 €
  • Dauer
    < 1 h

Einleitung

Du hast keinen Garten, findest aber deine Küchenabfälle zu schade für die Biotonne? Recht hast du, denn du kannst großartigen Pflanzendünger aus ihnen herstellen. Das japanische Bokashi-Konzept findet mittlerweile auch bei uns großen Anklang. Mit wenigen Mitteln und in kürzester Zeit baust du dir einen Bokashi-Eimer selbst.

Begeisterte Gärtner und Pflanzenzüchter finden bei uns jede Menge weitere Tipps: Hast du dir schon mal überlegt, eine Avocado zu züchten? Du kannst auch Ananas selber pflanzen. Es geht aber auch weniger exotisch, zum Beispiel mit einem selbst angelegten Kräutergarten oder einem Kräuterbeet für den Balkon. Und mit einem selbstgebauten Kräuterregal lassen sich deine Küchenkräuter wunderbar in Szene setzen.

Beim Pflanzen und Umtopfen hilft übrigens ein Pflanztisch zum Selberbauen. Auch ein Hochbeet zu bauen, ist nicht so aufwändig, wie du vielleicht denkst. Wie du ein Hochbeet am besten bepflanzt, erfährst du auch bei uns.

Du brauchst

Los geht’s – Schritt für Schritt

In 30 bis 60 min hast du deinen eigenen Bokashi-Eimer gebaut, und das geht so:

Schritt13

Inneren Eimer vorbereiten

Du brauchst:

Bohre 20 bis 30 Löcher in den Boden des inneren Eimers. Sie sollten einen Durchmesser von 2 bis 3 mm haben.

Schritt23

Äußeren Eimer vorbereiten

Du brauchst:

Markiere am äußeren Eimer mit einem Stift, wo der Hahn sitzen soll – möglichst weit unten. Dann schneidest du mit dem Cuttermesser das Loch für den Hahn aus und bringst ihn an, sofern er über eine eigene Dichtung verfügt. Ansonsten kannst du ihn mit Dichtungsmasse einfügen.

Schritt33

Eimer abdichten

Du brauchst:

Jetzt stellst du die beiden Eimer ineinander und siehst dir an, wie groß der Spalt zwischen den oberen Rändern der Eimer ist. Ihn musst du mit Dichtungsband komplett schließen.

Fertig! Mehr Hintergrundwissen zu Bokashi liefern wir im nächsten Kapitel.

Bokashi – nützliche Hintergrundinformationen

Bevor du an die Herstellung deines Bokashi-Eimers gehst, möchtest du vielleicht die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur japanischen Kompostalternative erfahren – eine kleine Bokashi-Anleitung:

 

Was ist ein Bokashi-Eimer?

Das Wort „Bokashi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „fermentiertes Material“. In einem Bokashi-Eimer stellst du mithilfe von Küchenabfällen und sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) ohne großen Aufwand hochwertigen Dünger her, auch wenn du daheim nur wenig Platz hast. Die Mikroorganismen zersetzen deine Küchenabfälle. Du kannst sowohl die daraus entstehende Flüssigkeit als auch das Bokashi-Ferment als Dünger verwenden.

Gartenideen aus fernen Ländern findest du faszinierend? Dann geht es dir wie uns.

Tipp
Tipp
Hast du dein erstes Bokashi-Ferment erfolgreich angesetzt, kannst du das organische Material im Eimer auch damit bestreuen und dadurch auf die Zugabe von EM verzichten.

Was brauche ich für die Herstellung von Bokashi?

Du brauchst eigentlich nur einen luftdicht verschließbaren Eimer, aus dem du Feuchtigkeit herauslassen kannst, und die im Handel erhältlichen Effektiven Mikroorganismen, um Bokashi-Ferment selber herzustellen. Wie groß der Eimer sein soll, hängt allein von deinen Platzverhältnissen ab.

Im Handel sind fertige Bokashi-Eimer für 30 bis 80 EUR erhältlich. Wenn du dein eigenes Modell bauen möchtest, brauchst du zwei Eimer (siehe Anleitung), und das Ganze kostet dich gerade mal 15 EUR.

Was darf in einen Bokashi-Eimer und was nicht?

Du darfst deinen Bokashi-Eimer mit möglichst klein geschnittenen Garten- und Küchenabfällen füttern, darunter Pflanzenreste, Obst und Gemüse, auch deren Schalen und Kerne, Gekochtes, Eierschalen, Brot, Fleisch und Fisch oder auch Kaffeesatz. Ideal ist eine Mischung verschiedener Materialien pro Schicht.

Verfaulte Lebensmittel, große Knochen, Saft, Öl, Alkohol und andere Flüssigkeiten, Asche oder Papier sind hingegen nicht für die Fermentierung geeignet. Du fragst dich, wie du deinen Haushaltsmüll stilecht entsorgen kannst? 

Wie funktioniert ein Bokashi-Eimer genau?

Der Bokashi-Eimer als Komposter bzw. Alternative dazu: Dein Material, also die Küchenabfälle, stapelst du im Bokashi-Eimer zu einzelnen Lagen auf und verdichtest sie jeweils, z. B. mit einem Stampfer oder einer Schöpfkelle. Jede 3 bis 4 cm hohe Schicht besprühst du pur mit den Effektiven Mikroorganismen, bis sie feucht glänzt. Eine neue Lage kannst du jeweils mit einer Tüte voller Sand, Wasser oder Kieselsteinen beschweren. Die Schicht muss vollständig abgedeckt sein.

Es darf keine Luft an das Ferment gelangen, daher ist es wichtig, den Deckel nach jedem Öffnen wieder fest zu schließen. Wenn die Schichten den Eimer schon so gut wie füllen, reicht es, ihn luftdicht mit dem Deckel zu verschließen – ohne zusätzliche Beschwerung.

Jetzt heißt es: Abwarten. Du solltest zwischendurch alle 2 bis 3 Tage prüfen, ob du Flüssigkeit aus dem Hahn zapfen kannst. Was du mit der machst, erklären wir dir gleich. Wenn kaum noch Bokashi-Saft austritt, ist auch das Ferment fast fertig.

Was ist der Unterschied zwischen Fermentation und Kompostierung?

Im klassischen Komposthaufen verrottet das organische Material an der Luft. Küchen- und Gartenabfälle zerfallen im Laufe der Zeit zu einer erdähnlichen Substanz. Im fertigen Kompost befinden sich nur noch wenige Nährstoffe, er ist als Dünger für anspruchsvolle Pflanzen wie Rosen daher weniger geeignet. In einem gesonderten Artikel erfährst du mehr zum Thema Kompostierung. Wenn du eine Ecke im Garten frei hast, kannst du dir einen Kompostbehälter selber bauen.

Bokashi und Kompost sind nicht gleichzusetzen, denn beim Bokashi wird das luftdicht verschlossene Material durch die Fermentation angereichert. Es bewahrt alle Nährstoffe des organischen Ursprungsmaterials und gewinnt dank der Effektiven Mikroorganismen auch noch Nährstoffe in Form von Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen hinzu. Zudem schreitet die Fermentation um einiges schneller voran als die Zersetzung beim Kompostieren.

Wie riecht Bokashi?

Häufig werden bei der Kompostierung bzw. Fermentation unangenehme Gerüche bemängelt. Wenn du deinen Bokashi-Eimer in der Küche aufstellen willst, ist dieser Aspekt natürlich besonders wichtig, doch sei beruhigt: Während beim Kompost durch den Verrottungsprozess tatsächlich unangenehme Gerüche entstehen, riecht das Bokashi-Ferment nicht schlecht – sein Geruch wird als „sauer“ wahrgenommen, aber nicht als störend.

Wie lange dauert der Fermentationsprozess?

Ein voller, fest verschlossener Bokashi-Eimer sollte rund 14 Tage lang fermentieren. Du kannst den Eimer anschließend öffnen und das Ferment prüfen – riecht es leicht nach Apfelessig und sieht es etwas glasig aus? Dann ist es fertig. Wenn nicht, schließe den Eimer wieder und prüfe nach einer Woche erneut.

Wie bringe ich das Bokashi-Ferment als Dünger aus?

Das reife Bokashi-Ferment kannst du dem Eimer direkt entnehmen und mit Erde vermischen. Der Inhalt eines 16-l-Eimers Bokashi reicht für rund 100 l Erde. Anspruchsvollere Pflanzen wie Tomaten oder Kartoffeln – die sogenannten Starkzehrer – kannst du auch mit 1 kg Bokashi pro Quadratmeter bzw. 250 g pro Pflanze düngen.

Willst du vorhandene Pflanzen düngen, ziehst du einfach 10 cm tiefe Furchen in die Erde zwischen ihnen und vergräbst das Bokashi-Ferment darin. Um Bäume oder Sträucher kannst du auch einen 10 cm tiefen Kreis ziehen, der etwa 30 bis 40 cm Abstand zum Wurzeldurchmesser haben sollte. Zum Schluss muss unbedingt wieder Erde darauf. Natürlich kannst du mit dem Bokashi-Ferment auch die Pflanzen in deinem selbstgebauten Gewächshaus düngen.

Wie kann ich das Bokashi-Ferment noch verwenden?

  • Da Bokashi so viele Nährstoffe enthält, kannst du das Ferment auch auf abgeernteten Beeten als Dünger verteilen, wo es in kürzester Zeit zu wertvollem Humus wird. Warte anschließend zwei Wochen mit dem Ausbringen neuer Saaten oder dem Einsetzen von Pflanzen, sie könnten durch das frische Ferment Schaden nehmen.
  • Unter andere organische Materialien im gewöhnlichen Komposthaufen gemischt, agiert Bokashi auch als Kompostbeschleuniger.
  • Du kannst auch alte Blumenerde mit Bokashi anreichern und erhältst somit nährstoffreiche Pflanzenerde.

Wie kann ich den Bokashi-Saft verwenden?

  • Die Flüssigkeit, die du aus dem Bokashi-Eimer entnimmst, ist ein erstklassiger Flüssigdünger für Pflanzen. Du kannst ihn im Verhältnis 1:100 mit Wasser verdünnen und einmal pro Woche rund drei bis vier Wochen lang anwenden.
  • Auch als Flüssigreiniger hat sich Bokashi-Saft bewährt, er beseitigt Schmutz- und Geruchsbildung in Abflussrohren und in Toiletten. Verdünne ihn im Verhältnis: 1:100 mit Wasser und wende ihn alle ein bis zwei Wochen einmal an.

Jetzt warten viele weitere DIY-Projekte für Garten, Balkon und Terrasse darauf, von dir entdeckt zu werden. Lass dich von unseren Gartentipps für das ganze Jahr inspirieren, finde heraus, wie du Schädlinge im Garten bekämpfst, und sieh dir auch die Garten-Wissen-Videos auf unserem YouTube-Kanal an!