Avocado pflanzen: So klappt’s

Auf einem Tisch stehen drei Gläser aus denen kleine Avocadopflanzen wachsen.
Das „Superfood“ Avocado selber anpflanzen? Mit viel Geduld klappt’s.

Der Inbegriff von Superfood: Die Avocado. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an ungesättigten Fettsäuren gilt die Frucht (trotz vieler Kalorien) als sehr gesund. Sie eignet sich sowohl zum Verspeisen als Brotbelag oder Guacamole, als auch zur äußerlichen Anwendung auf der Haut.
Das Problem: Aufgrund der sehr komplizierten Bestäubung lassen sich im Hobby-Bereich eigentlich keine Avocadofrüchte ernten. Trotzdem lohnt es sich, einmal eine Avocado selbst anzupflanzen. Wir sagen dir warum und zeigen, wie du eine hübsche Pflanze züchtest.

Kern einpflanzen oder ins Wasser hängen

Auf einem Steinboden steht ein kleines Glas mit Wasser und einem Avocadokern.
In einem Topf mit Erde steck ein Avocadokern, aus dem erste Blätter sprießen.

Ähnlich wie beim Anpflanzen einer Ananas oder von Olivenbäumen gibt es auch bei der Avocado zwei Möglichkeiten, die Wurzelbildung des Kerns anzuregen. Bei beiden benötigst du erst einmal eine reife Frucht aus dem Supermarkt.

Bei der ersten Methode ziehst du den Avocadokern im Wasser heran: Entnehme dafür den Kern aus der Frucht und ritze seine Schale der Länge nach leicht an. Stecke anschließend seitlich drei bis sechs Zahnstocher etwa 5mm hinein. Hänge den Kern dann – mit der Spitze nach oben – in ein Wasserglas (Bild 1). Achte darauf, dass der Kern das Wasser berührt, aber nicht zu tief darin hängt. Stelle das Glas nun an einen warmen, hellen Standort. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt werden.

Nach etwa sechs Wochen sollte der erste Keim an der Spitze zum Vorschein kommen – auch am unteren Ende bilden sich langsam Wurzeln. Bis genügend kräftige Wurzeln und Triebe gewachsen sind, um den Kern einzupflanzen, kann es jedoch einige Monate dauern.

Wenn es soweit ist, kannst du den Kern in einen Topf (ca. 25cm Durchmesser) mit Anzuchterde  setzen. Solche Erde zeichnet sich besonders mit einem hohen Gehalt an Humus aus. Breche die Zahnstocher vorher ab und achte darauf, dass der Kern nur bis etwa zur Hälfte in der Erde steckt (Bild 2).

Möchtest du nicht beobachten, wie die ersten Wurzeln aus dem Kern sprießen, kannst du den Avocadokern auch ohne die Wasserglas-Methode in die Erde pflanzen. Dafür befreist du ihn zunächst komplett vom Fruchtfleisch und befüllst einen Topf mit Anzuchterde. Dieses spezielle Substrat ist luftiger und lockerer als normale Gartenerde und speichert mehr Wasser. Tipp: Aus einem Drittel Gartenerde, einem Drittel Sand mittlerer Korngröße und einem Drittel gut ausgereiften Kompost kannst du Anzuchterde auch selber mischen. Um die Mischung zu sterilisieren, solltest du sie aber vor der Verwendung etwa 45 Minuten bei 120 Grad im Backofen dämpfen.

Ist der Topf gefüllt, drückst du den Kern soweit in die Erde, bis etwa die Hälfte noch herausschaut. Dein Gefäß platzierst du an einem warmen, hellen Ort bei dir zu Hause. Direkte Sonneneinstrahlung sollte aber vermieden werden.

Pflege und Schnitt der Avocadopflanze

Auf einem Regal stehen mehrere Töpfe mit Avocadopflanzen.
Auch wenn deine Avocadopflanze wahrscheinlich nie Früchte tragen wird, macht sie sich als Zimmer-Deko sehr gut.

Jetzt kommt es auf die richtige Pflege und vor allem auf eine permanente Wasserzufuhr für deine Avocadopflanze an. Achte unbedingt darauf, dass die Erde jederzeit feucht bleibt. Zu nass sollte sie aber auch nicht sein, da es sonst zu einem Schimmelbefall kommen kann.

Dünger benötigt deine Pflanze in den ersten Monaten keinen. Nach etwa 6 Monaten kannst du die Avocado etwa alle 2-3 Wochen mit niedrig dosiertem Flüssigdünger versorgen. Ausserdem lohnt es sich, die Blätter kontinuierlich mit Wasser zu besprühen.

Sollte deine Avocado sich wohlfühlen und kräftig wachsen, muss sie regelmäßig zurückgeschnitten werden. Sobald der Trieb etwa 15 cm lang ist, kann er auf die Hälfte gestutzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt empfiehlt sich das Halten der Länge auf etwa 30 cm.

Im Sommer kannst du die Pflanze auch auf den Balkon oder die Terrasse stellen, Avocadobäume mögen es gerne warm. Allerdings empfiehlt sich ein Platz mit lichtem Schatten, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Temperaturen unter 5 Grad erträgt die Pflanze ebenfalls nicht. Denke also daran, sie rechtzeitig wieder reinzuholen.

Wenn du alles richtig gemacht hast, stellst du dir wahrscheinlich die Frage, ob sich der Aufwand denn auch lohnt. Wann trägt die Pflanze Früchte? Leider muss diese Frage wahrscheinlich mit „nie“ beantwortet werden: Aus einem Kern gezogene Avocadopflanzen bilden leider keine Früchte aus.
Das liegt vor allem an der Bestäubung, die sogar an Naturstandorten von Avocadopflanzen sehr kompliziert ist. Sogar dort vergehen mindestens vier Jahre, bis sich an einer Pflanze erste Früchte zeigen. In Mitteleuropa kommen zusätzlich erschwerte Bedingungen durch zu kühle und kurze Sommer hinzu.

Warum dann überhaupt versuchen, eine Avocado zu ziehen? Weil es ein spannendes Experiment für alle Hobby-Gärtner ist und sich eine Avocadopflanze als coole Zimmer-Dekoreation definitiv sehr gut eignet.

Noch mehr Lust auf Exoten? Hier erklären wir dir, wie du auch eine Ananas oder einen Olivenbaum selber anpflanzen kannst.